Für rund 18.500 Euro

07. März 2019 07:00; Akt: 06.03.2019 16:44 Print

KAV ließ Vorwärmzeit von Kaffeeautomaten prüfen

Um so "brühende" Fragen wie die Wartezeit auf einen Kaffee und die Vorwärmzeit des Automaten zu klären, setzte der KAV ein externes Projektteam ein.

Für über 18.000 Euro beauftragte der KAV einen externen Dienstleister um unter anderem die Vorwärmzeit der Kaffeeautomaten für das KH Nord zu prüfen. NEOS-Klubchef Christoph Wiederkehr übt Kritik. (c) Neos Wien, iStock (Bild: zVg)

Für über 18.000 Euro beauftragte der KAV einen externen Dienstleister um unter anderem die Vorwärmzeit der Kaffeeautomaten für das KH Nord zu prüfen. NEOS-Klubchef Christoph Wiederkehr übt Kritik. (c) Neos Wien, iStock (Bild: zVg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Krankenhaus Nord (Floridsdorf) ist um eine Kuriosität reicher. Wie aus einem Dokument hervorgeht, das "Heute" vorliegt, setzte der Krankenanstaltenverbund (KAV) im Frühjahr 2016 ein Projektteam ein, das die Ausschreibung für Heißgetränkeautomaten sowie von Verpflegungsautomaten im neuen Spital begleiten sollte.

Darin sollte ein externer Dienstleiter vor der eigentlichen Ausschreibung die Rahmenbedingungen für die Heißgetränkeautomaten in den Stationsküchen (zur Versorgung der Patienten) und des OP-Bereichs (zur Mitarbeiter-Versorgung mit Münzeinwurf) klären. Nicht betroffen waren Speise- oder Kaffeeautomaten für Besucher in den Wartezonen.

Externer Dienstleister legte Verzeichnis für Vergabe fest

Als Ziele definierte das Projektteam unter anderem die "Erstellung von Leistungsverzeichnissen", die "Mitwirkung bei der Definition der Bewertungs- und Zuschlagskriterien" sowie die "Mitwirkung an den Angebotsprüfungen– und Bewertungen". Nicht zum Angebot zählten die rechtlichen und formalen Aspekte der Ausschreibung für die Automaten.

Vorwärmzeit als "bewertungsrelevantes Thema"

In dem Angebot, das an die ehemalige Programmleiterin des KH Nord Susanne Lettner und den ehemaligen technischen Direktor des Spitals Wilfried Gröblinger gerichtet ist – beide kamen bereits in der Affäre um den Energieschutzring um das KH Nord in die Schlagzeilen – werden unter anderem folgende "bewertungsrelevante Themen" vorgeschlagen:

- die Vorwärmzeit des Gerätes bis zum ersten Kaffee
- die Wartezeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kaffee
- Energieverbrauch
- Entkalkungs- und Reinigungsverfahren
- die Bestätigung des guten Geschmacks als "Eignung für die Patientenverpflegung"

Pro Beratertag stellt der externe Dienstleister einen Tagsatz von 1.100 Euro ohne Umsatzsteuer in Rechnung. Für die Abwicklung des Projekts wurden 14 Beratertage geschätzt, daraus ergibt sich ein Gesamt-Brutto-Preis von 18.480 Euro. Tatsächlich in Auftrag gegeben wurde die "Begleitung der Kaffeeautomaten" schließlich am 17. August 2016, wie das Bestellungsdokument, das "Heute" vorliegt, zeigt.

Wiederkehr: "Teuerster Melange-Tester aller Zeiten"

Für den Klubchef der Wiener Neos Christoph Wiederkehr unglaublich: "Es ist skurril, wofür beim KH Nord-Bau Steuergeld beim Fenster hinausgeschmissen wurde. Mehr als 18.000 Euro hat eine externe Firma dafür kassiert, festzustellen, welche Kaffeeautomaten die bestgeeignetsten sind. Das sind die teuersten Melange-Tester aller Zeiten! Aber offenbar hat bei diesem Projekt unser aller Geld keine Rolle gespielt!"

Gegenüber "Heute" erklärt der KAV in einer Stellungnahme, dass bei der Ausschreibung für die Versorgung des gesamten KH Nord mit Heißgetränken die Vorgaben des Bundesvergabegesetzes eingehalten wurden.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(lok)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Skorpion am 07.03.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es auch politisch Verantwortliche?

    Immerhin geht es ja um Steuergelder. Ich vermute: SPÖ (Steuergeldverschwender Partei Österreichs) Wenn ich richtig vermute, ersuche ich um Zustimmung.

  • Kannitverstan am 07.03.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Als nächstes

    kommt bald eine Studie über die notwendige Zugkraft um die Perforation der Hygienepapierstreifen zu zerreißen und deren Auswirkungen an die Befestigung der Aufbewahrungvorrichtungen.

  • Reinhard Etzer am 07.03.2019 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Die Gesetze & Vorlagen wurden eingehalten? aber Hausverstand & Co hat da keiner? 18.000

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • SOSO am 08.03.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    würde die beiden

    unterschriftsberechtigten Lettner und Gröblinger gerne fragen, wieviel von den 18.480,- euronen in die eigene tasche geflossen sind. wird sich leider nicht mehr feststellen lassen. von rückforderung der weit überhöhten rechnungssumme habe ich genauso wenig gelesen, wie eine rückforderung der kosten für den energiering. das geld ist futsch, die zuständigen händchenaufhalter wissen schon wo's ist.

  • Paul am 07.03.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Regel: Folge dem Geld

    Es gilt natürlich die Unmutsverschuldung

  • ferl0815 am 07.03.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    So viel Geld.....

    Österreich braucht dringend ein neues Nationalstadion und modernere Sportstätten... da legt sich die Regierung immer quer weil es zu teuer ist..... aber was das KH schon kostet hätte man zig Sportstätten bauen lassen können!

  • Alis Moringa am 07.03.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Infos vom Hersteller

    sind gratis! Die Sozialisten können keine Schritt mehr gehen ohne "Berater". Armselig.

    • Konsument am 07.03.2019 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Alis Moringa

      Herstellerinfos sind oft geschönt und deren Verkäufer erzählen sowieso das Blaue vom Himmel. Andere Frage: welche Partei kommt ohne "Berater" aus? Ach keine? So eine Überraschung

    einklappen einklappen
  • jasmina am 07.03.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    KAV Kaffeeautomaten 18 000

    18.000 ist die hälfte Schadenersatz - soviel gibt man in Wien- menschen die durch einen angeblich nicht nachweisbaren Fehler im Krankenhaus ihr ganzen leben lang geschädigt / behindert bleiben !