Bluttat in Wien-Leopoldstadt

10. September 2018 06:00; Akt: 10.09.2018 17:47 Print

Killer (40) hätte längst im Gefängnis sitzen müssen

von Clemens Oistric - Sie wollte ihn heiraten – und fand den Tod: Daban K. soll seine Verlobte Nagsha K. getötet haben. Dabei hätte er in Haft sein müssen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es ging alles rasend schnell. Samstagabend hatte ein Nachbar gegen 19.00 Uhr gellende Hilfeschreie aus Wohnung Nummer 26 eines Zinshauses in der Wiener Leopoldstadt gehört. Der Mann lief sofort ins Stiegenhaus. Dort sah er den davonstürzenden Verlobten seiner Nachbarin Nagsha R. (Spitzname: „Rosa)“. Der Augenzeuge wählte den Notruf.

Umfrage
Wird Wien immer brutaler?

Handy des Verdächtigen geortet

Die Beamten waren binnen kürzester Zeit vor Ort und machten in der Wohnung der Irakerin den entsetzlichen Fund: Die am Oberkörper mit Messerstichen übersäte 50-Jährige – laut Nachbarn Mutter von neun Kindern – lag inmitten einer riesigen Blutlache. Alle Wiederbelebungsversuche durch die Wiener Berufsrettung blieben letztlich ohne Erfolg. Die Ermittler befragen den Zeugen geschickt. Der hatte zufällig am selben Tag die Handynummer mit dem Verdächtigen getauscht. Die Kripo ortete das Telefon des mutmaßlichen Killers – Daban K. hat es allerdings geistesgegenwärtig im dritten Bezirk abgeschaltet.

Jetzt schweigt er

Da er sich bei dem mutmaßlichen Angriff auf seine Freundin selbst an der Hand verletzt hatte, fuhr Daban K. ins Lorenz-Böhler-Krankenhaus. Als er dort aufgerufen wurde, flüchtete er abermals und vertraute sich telefonisch einem Freund an. Der dirigierte die Polizei in ein Café in Favoriten. Als der Verdächtige – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – in der Quellenstraße den Cops in die Arme lief, sagte er nur: „Ich bin der, den ihr sucht.“ Daban K. ließ sich widerstandslos festnehmen.

Daban K. trägt Schutzanzug

Am Sonntag wollte die Polizei mit dem Iraker über sein Motiv sprechen – doch Daban K. wollte gestern gegenüber der Kripo keine Aussage machen. Auch zu seinem Anwalt Philipp Wolm sagte er die Tat betreffend rein gar nichts (siehe Kasten). Überhaupt – der Kriegsflüchtling macht einen gespenstischen Eindruck. Da man ihm sein Gewand zwecks DNA-Abrieben abgenommen hat, trägt er derzeit einen weißen Schutzanzug, wie ihn auch Spurensicherer an Tatorten anhaben. Seine Hand, die er sich offenbar beim Zustechen verletzt hat, ist dick bandagiert.

Paar wollte diesen Monat heiraten

Beim „Heute“-Lokalaugenschein zeugten am Sonntag nur noch Bluttropfen im Stiegenhaus von der Tragödie. Vormittags machte die Spurensicherung vor Ort . Ein Nachbar erzählte im Interview: „Die beiden haben immer wieder gestritten – meistens ging es um Geld. Dennoch wollten sie noch im September heiraten. Daban, für den ich zwei Mal kurdisch gekocht habe, hat mich zum Fest eingeladen.“

Dazu sollte es aber nicht mehr kommen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 10.09.2018 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    GsD hat der arme, traumatische Messerheld gleich einen Topanwalt (bekommen?). Es hilft nix anderes als rigorose Abschiebung aller kriminellen Subjekte! Herr Bundespräsident! WAS sagen Sie dazu? Reden Sie auch wenn es Ihren Wählern wichtig ist! Ihre 52 Prozent wollen auch keine solchen Zustände.

  • Gerlinde M am 10.09.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie ticken die bloß?

    Ich befürchte, dass es noch mehr von denen gibt! Diese Gewaltbereitschaft ist zum Fürchten! Wieder einer, der uns bleibt, nie einen positiven Beitrag leisten wird!

  • Mario am 10.09.2018 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Justiztheater

    Weil er "psychisch angeschlagen ist" hat er damals keine Haftstrafe bekommen?? Na und? Wer eine derart schwere Straftat begeht, muss in Haft, muss von der Zivilisation getrennt werden. Wenn man dies nicht vollzieht, sieht man ja was bei rauskommt. Die Strafen sollten außerdem drastisch erhöht werden. Und damit meine ich keine Kur für 1 Jahr oder Bewährung. Das hilft nämlich genau gar nichts!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Knut Randauch am 10.09.2018 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Von mir aus soll er sogar

    straffrei ausgehen, wenn er Österreich sofort verläßt und sichergestellt ist, daß er NIEMALS wiederkommt. Denn wenn er jetzt x Jahre bekommt, müssen wir ihn x Jahre ernähren.

  • Lesr am 10.09.2018 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Niederösterreich

    Ein Rentner muss 3 Monate ins Gefängnis ,man braucht keinen Gutachter.

  • Gerlinde M am 10.09.2018 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie ticken die bloß?

    Ich befürchte, dass es noch mehr von denen gibt! Diese Gewaltbereitschaft ist zum Fürchten! Wieder einer, der uns bleibt, nie einen positiven Beitrag leisten wird!

  • Mario am 10.09.2018 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Justiztheater

    Weil er "psychisch angeschlagen ist" hat er damals keine Haftstrafe bekommen?? Na und? Wer eine derart schwere Straftat begeht, muss in Haft, muss von der Zivilisation getrennt werden. Wenn man dies nicht vollzieht, sieht man ja was bei rauskommt. Die Strafen sollten außerdem drastisch erhöht werden. Und damit meine ich keine Kur für 1 Jahr oder Bewährung. Das hilft nämlich genau gar nichts!

  • Ehklar am 10.09.2018 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    GsD hat der arme, traumatische Messerheld gleich einen Topanwalt (bekommen?). Es hilft nix anderes als rigorose Abschiebung aller kriminellen Subjekte! Herr Bundespräsident! WAS sagen Sie dazu? Reden Sie auch wenn es Ihren Wählern wichtig ist! Ihre 52 Prozent wollen auch keine solchen Zustände.