Österreich

Kritik an Bettelverbot-Durchsage in U-Bahnen

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:01

Die Warnung der Wiener Linien, dass "Betteln nicht gestattet" ist und die Fahrgäste "achtsam" seien sollen, stößt der Bettellobby Wien sauer auf.

Seit Oktober letzten Jahres tönt aus den Lautsprechern der Züge und U-Bahnstationen der Wiener Linien folgende Durchsage zum Bettelverbot: "Bitte seien Sie achtsam, das Betteln ist in U-Bahn-Anlagen und in den Zügen nicht gestattet". Für die Wiener Bettellobby ist diese neue Formulierung eine Zumutung.

"Wir würden uns eigentlich wünschen, dass die Wiener Linien Solidarität auf Schiene bringen", kritisiert Elisabeth Fröhlich, Sprecherin der Bettellobby Wien, besonders die Warnung auf Achtsamkeit in "Wien Heute". Stattdessen schlägt sie eine andere Wortwahl vor: "Seien Sie achtsam und schenken Sie den Menschen, die in unseren Verkehrsmitteln betteln, Würde und Respekt."

Bei den Wiener Linien könne man die Aufregung nicht nachvollziehen, heißt es in dem Bericht. "Bitte seien sie achtsam", würde sich nur darauf beziehen, dass generell eine Informationsdurchsage erfolgt.

Fahrgäste können Bettler melden

"Das ist ein häufiges Thema bei unserem Kundendienst aufschlägt", erklärt Wiener-Linien-Sprecher Daniel Amann. Zahlreiche Fahrgäste würden sich von Bettlern gestört fühlen, weshalb diese Durchsage erst nötig geworden sei.

Die Durchsage sei aber kein Aufruf zu "Vernaderung" von Bettlern, wie die Wiener Linien laut "ORF" mitteilen. Allerdings wird auf der Webseite des Unternehmens unter dem Hinweis, dass die Öffi-Mitarbeiter "nicht überall gleichzeitig sein" könnten, eine Telefonnummer genannt, unter welcher Fahrgäste Musikanten und Bettler melden können.

Bettlern droht Geldstrafe und Verweisung

Prinzipiell ist in der Hausordnung der Wiener Linien das Betteln untersagt. Neben den Durchsagen sollen auch mobile Stationsaufsichten "Belästigungen der Fahrgäste in Stationen und Zügen verhindern", wie es auf der Webseite heißt. Ihre Aufgabe ist es, Menschen, welche die Ordnung stören, zuerst abzumahnen oder eben aus den Fahrzeugen und Stationen zu verweisen.

"Wer obdachlosen Menschen helfen will, kann mit einer Spende offizielle Institutionen und Organisationen unterstützen", bittet Amann. (red)

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