Obduktion der Leichen

23. Mai 2019 12:05; Akt: 23.05.2019 13:01 Print

Mutter (45) und Töchter (18) in Wien verhungert

Am Dienstagvormittag wurden in Wien-Floridsdorf drei Frauenleichen entdeckt. Nach der Obduktion steht fest, dass die Frauen wohl verhungert sind.

In diesem Gebäude wurden die drei Frauenleichen gefunden. (Video3)
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Die Polizei fand am Dienstag gegen 8.30 Uhr in Wien-Floridsdorf drei tote Frauen in einer Wohnung. Zunächst waren die Identitäten der drei Leichen unklar. Erst später stellte sich heraus, dass es sich dabei um die dort gemeldeten Frauen im Alter von 45 (Mutter), 18 und 18 Jahren (Töchter) handelte. Sie lagen laut Polizei bereits seit Ende März tot in der Wohnung.

Die beiden Töchter (18) waren, laut Nachbarn, geistig behindert. Wie das Jugendamt (MA 11) bestätigt, besuchten sie eine Integrationsklasse. Laut Insidern hatte die Mutter eine schwere psychische Erkrankung.

Ermittler des Landeskriminalamtes Wien, Ermittlungsbereich Gruppe Tulzer, konnten feststellen, dass es keine Spuren eines gewaltsamen Eindringens in die Wohnung gab, da die Türe verschlossen war. Zudem gab es in der Wohnung selbst auch keine Spuren einer offensichtlichen Gewaltanwendung.

Ende März, Anfang April verstorben

Warum die drei Frauen gestorben sind, wurde am Donnerstag im Zuge einer Obduktion geklärt. Sie ergab, dass die Frauen Ende März oder Anfang April gestorben waren – Todesursache ist mit höchster Wahrscheinlichkeit Verhungern.

Die Familie war der Kinder- und Jugendhilfe bekannt. Die Töchter sollen demnach sehr schüchtern gewesen sein, in der Schule seien sie als "Integrationskinder" geführt worden und sollen "entwicklungsverzögert" gewesen sein.

Die Mutter dürfte vor ihrem Partner mehrmals ins Frauenhaus geflüchtet sein. 2016 erfolgte die endgültige Trennung. Seitdem lebte sie mit den beiden Kindern allein in dem übel beleumundeten Gemeindebau in der Wehrgasse (Floridsdorf). Laut Nachbarn hatte die Familie keinen Kontakt zu anderen Gemeindebau-Bewohnern. Die Frau dürfte auch schwere Geldsorgen gehabt haben.

Eine Prüfung der Familie durch das Jugendamt soll aber 2017 ergeben haben, dass es keine Notwendigkeit für Maßnahmen gegeben habe. Nun wird die Polizei weiter das Umfeld der Frauen befragen.

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(kla/ rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rb am 23.05.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    verhungert mitten in Wien ,keine Verwandte oder Freunde die sie vermissten.

    einklappen einklappen
  • Fredl am 23.05.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung

    Verhungert? Grausam. Und das mitten in Wien. Wie geht das Herr Häupl/Ludwig?

    einklappen einklappen
  • zisch09 am 23.05.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Keiner reagiert

    Es ist tief traurig, dass es sowas gibt und wieder keiner gemerkt hat. mein Beileid an dessen Hinterbliebenen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gast am 25.05.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FalschAussage

    Die Mutter liet an keiner krankheit und den Zwillingen ging es auch gut, es stimmt nicht wie hier behauptet das sie verhungert sind.

  • Alex G. am 24.05.2019 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist unglaublich!

    Wie ist das nur möglich? Drei Personen verhungern in einer Stadt in der es Nahrung im Überfluss gibt. Das kann ja nur aufgrund einer psychischen Störung passiert sein. Aber warum gleich drei Menschen? Hat die Mutter ihre Töchter eingesperrt? Ach... es ist sehr tragisch und traurig, aber es wird wahrscheinlich nie ans Licht kommen, wie und warum es zu dieser Tragödie kommen konnte. Diese Menschen müssen sehr einsam gewesen sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie seit Ende März überhaupt nicht vermisst wurden!

  • Helfensdorfer am 24.05.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Arbeitslosen frühmorgens zum Appell

    im Hofe des Gemeindebaus antreten lassen. Durch die Überprüfung der Vollzähligkeit und des Zustandes der Bewohner kann man solchen bedenklichen degenerativen Entwicklungen entgegenwirken.

  • Metatron am 24.05.2019 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meldung

    Es bestünde laut Binder-Krieglstein die Möglichkeit, dass ihr Stimmen gesagt hätten, sie müsste fasten oder etwa nur etwas Bestimmtes essen, um jemandem zu helfen oder Schlimmes abzuwenden. Dann tut sie das und aus ihrer Sicht macht sie etwas Gutes, etwas Wichtiges, sagte der Experte.

  • Metatron am 24.05.2019 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lethargie

    Es wurde gesagt : Streitereien usw. waren an der Tagesordnung! Wenn ich als Nachbar oder Hausbewohner nichts mehr sehe oder höre dann muss wer her und Nachschau halten!