Die Route

09. März 2018 05:51; Akt: 08.03.2018 22:05 Print

Praterstern-Angreifer: Protokoll der Flucht

von C. Oistric - Wahllos stach der Afghane auf Passanten ein und flüchtete. Spürhunde sorgten für die lückenlose Rekonstruktion der Fluchtroute.

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Auf der Praterstraße hat am Mittwoch (7. März) ein vorerst Unbekannter eine dreiköpfige Familie nieder und flüchtete anschließend. Die Bluttat ereignete sich an einem Abgang zur U-Bahnstation Nestroyplatz. Eines der Opfer, ein 17 Jahre altes Mädchen, konnte sich schwer verletzt in ein nahes Asia-Restaurant retten. Sie und ihre Eltern (Vater 67, Mutter 56 Jahre alt) wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei sowie die Spezialeinheit WEGA suchten nach dem flüchtigen Mann. Eine knappe halbe Stunde später wurde ein 20-Jähriger auf dem nahen Praterstern ebenfalls mit einem Messer attackiert. Kurz darauf konnte ein 23-jähriger Afghane als Tatverdächtiger festgenommen werden. Lange Zeit war unklar, ob es sich bei dem Verdächtigen auch um den Täter aus der Praterstraße handelt. Der junge Mann wurde am Donnerstag einvernommen und zeigte sich gegenüber der Polizei geständig beide Taten begangen zu haben. Er selbst gab an, dass er in einer schlechten, aggressiven Stimmung war, auf seine gesamte Lebenssituation wütend war. Deshalb habe die Familie angegriffen. Am Praterstern habe er schließlich einen Bekannten, den 20-Jährigen, angegriffen, weil er diesen für seine vergangene Drogensucht verantwortlich macht. Berichte, wonach die Tat politisch motiviert gewesen sein soll, wurden durch die Aussage des Verdächtigen widerlegt. Die Nachfrage, ob die Tat auch politisch motiviert war, habe der 23-Jährige eindeutig verneint, so die Polizei am Donnerstag. In der Nacht auf Donnerstag konnten drei der vier Opfer von den Ärzten stabilisiert werden: Die beiden Frauen (56 und 17), sowie ... ... der verletzte Mann am Praterstern (20) befinden sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Gesundheitszustand des Mannes (67) ist nach wie vor kritisch.

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Donnerstag, früher Vormittag in Wien. Autos dürfen die Praterstraße wieder passieren. Schaulustige bleiben beim Lokal "Kosu" stehen, vor dem sich der Messerangriff zugetragen hat. Nur Blutspuren beim Eingang des Japaners zeugen noch von der Wahnsinnstat. Bis ein Polizeibus vorfährt. Ermittler mit Suchhunden steigen aus.

"Heute" ist live dabei, als die Mordfahnder zurück an den Tatort kommen, um das Verbrechen lückenlos aufzuklären. Sie durchkämmen mit vierbeiniger Unterstützung das Grätzel. Dabei halten sie Ausschau nach Blutspuren und einer möglicherweise weggeworfenen Waffe.

An Hand verletzt

Zu diesem Zeitpunkt ist nämlich noch nicht mit Sicherheit bewiesen, dass der tags zuvor am Praterstern festgenommene Mann auch für die Attacke auf die Arztfamilie verantwortlich ist. Der Spürhund erschnüffelt dann aber Blut in einem Hauseingang wenige hundert Meter vom Tatort entfernt.

So kann die Fluchtroute rekonstruiert werden: Sie führte von der Praterstraße 42 durch einen Innenhof in die Czerningasse und weiter zum Czerninplatz. Auch dort durchquerte Jafar S. den Hof der Wohnhausanlage. In der Fruchtgasse 2 schlägt der Polizeihund an. Am Asphalt: wohl Blut vom Verdächtigen. Er hatte sich an der Hand verletzt, als er zornig gegen die Scheibe eines Lokals schlug, in dem sich ein Passant verschanzt hatte. Trotz seiner Wunde lief Jafar S. noch zum Praterstern, wo er erneut zustach. Erst dann war Endstation.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hildegarde am 09.03.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das wahre Wien

    Danke für die Berichterstattung. Es ist gut zu wissen, was täglich in Wien passiert. Es ist schrecklich, aber die Wahrheit.

  • Robert am 09.03.2018 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliches Wien

    Wie man oft hörte, lasse mir mein Wien nicht schlecht machen oder Mein sicheres Wien. So sicher sieht Wien aber nicht aus und ich bin froh das ich nicht in Wien wohne. Vier Menschen in 30 Minuten in zwei Fällen lebensgefährlich verletzt.

  • krtecek am 09.03.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    kranke willkommen patient

    Republik Österreich einfach verklagen die sind schuld ,was uns jeden Tag passiert.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gala am 09.03.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tropy

    Besser ist es natürlich in Niederösterreich, wo die eigenen Kinder in den Keller verzaht werden und dann dort "ordentlich" "erzogen" werden ala Fritzl oder der Fall Natascha K. Na Prost Mahlzeit noch aus der sichersten Metropole der Welt. Muhaha

  • krtecek am 09.03.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    kranke willkommen patient

    Republik Österreich einfach verklagen die sind schuld ,was uns jeden Tag passiert.

  • Robert am 09.03.2018 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliches Wien

    Wie man oft hörte, lasse mir mein Wien nicht schlecht machen oder Mein sicheres Wien. So sicher sieht Wien aber nicht aus und ich bin froh das ich nicht in Wien wohne. Vier Menschen in 30 Minuten in zwei Fällen lebensgefährlich verletzt.

  • Hildegarde am 09.03.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das wahre Wien

    Danke für die Berichterstattung. Es ist gut zu wissen, was täglich in Wien passiert. Es ist schrecklich, aber die Wahrheit.