Schießerei in Wien

22. Dezember 2018 20:20; Akt: 23.12.2018 10:04 Print

Schütze nach Mafia-Mord weiterhin auf der Flucht

Am Freitag sind in der Wiener Innenstadt Schüsse gefallen. Ein Mann wurde getötet, ein weiterer schwer verletzt. Die Polizei geht von organisiertem Verbrechen aus.

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Während die Suche nach dem Schützen weiter auf Hochtouren läuft, kommen immer mehr Informationen zu den Hintergründen der Bluttat ans Licht. Bei dem Mann, der bei der Schießerei am Freitag in der Wiener Wollzeile getötet wurde, soll es sich um den 32-jährigen Vladimir R. handeln.

Er wurde Berichten zufolge mit einem Kopfschuss und einem Durchschuss im Oberkörperbereich tödlich verletzt. Wie bereits spekuliert wurde und von der Polizei mittlerweile bestätigt, dürfte die Tat im Zusammenhang mit mafiösen Geschäften stehen. So führt die Spur in die montenigrische bzw. serbische Unterwelt. "Zum jetzigen Stand dürfte die Tat im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität im Bereich des Westbalkans stehen", so die Polizei.

Gerade erst freigelassen

Der Getötete – ein Mitglied des "Kavacki Klans" aus Montenegro – saß ausländischen Medien zufolge bis vor wenigen Wochen noch hinter Gittern. Erst am 7. Dezember wurde der 32-Jährige, der im Zusammenhang mit einem Bombenanschlag inhaftiert war, auf freien Fuß gesetzt. Mitte der Woche sei er nach Wien gereist.

Ausländischen Medien zufolge habe Vladimir R. eine Vorahnung gehabt und in Angst gelebt, eines Tages aus Rache auf offener Straße getötet zu werden.

Fehde nach Drogendeal

So gilt der Kavacki-Klan seit Jahren mit einem zweiten Klan aus Kotor verfeindet, nachdem bei einem Drogengeschäft in Valencia 2014 etwa 200 Kilogramm Kokain verschwunden waren. Daraufhin sollen immer wieder Mitglieder beider Klans tot aufgefunden worden sein – allein innerhalb von einem Monat sollen 2016 acht Menschenleben auf das Konto der beiden Mafia-Banden gegangen sein, schreiben örtliche Medien.

Beim zweiten Opfer handelt es sich um Stefan V. (23). Ausländische Medien berichten, dass sein Bruder und sein Vater – ein ehemaliger Bandenboss – im Zuge von Mafiaabrechnungen getötet wurden.

Stefan V. und Vladimir R. waren mit einer dritten Person, einem unverletzt gebliebenen 29-Jährigen in der City unterwegs, als es zu dem Überfall kam. Dieser wurde am Samstag von den Ermittlern als Zeuge vernommen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.Oliver am 23.12.2018 01:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn kümmert es ?

    Die können sich ruhig gegenseitig auslöschen aber bitte nicht in Wien oder zumindest ohne Gefährdung Unbeteiligter Personen die mit diesem Verbrecher Milieu nichts zutun haben. Es reicht langsam.

  • Crissy am 23.12.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frühere Unterwelt harmlos

    Das ist das Ergebnis der offenen Grenzen und wahrscheinlich nur der Anfang von Fehden. Der Drogenhandel in Wien hat sich in den letzten Jahren sehr breit gemacht.

  • Versprochen gebrochen am 22.12.2018 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Versprochen gebrochen

    Danke für die versprochene Sicherheit in Wien Hr. Kickl

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Arnold am 23.12.2018 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    12 Stundtag wurde sofort beschlossen, aber noch immer keine Grenzkontrollen!

  • Kenn mich nicht aus am 23.12.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Warum dort?

    Was mich schon wundert: es gibt in Wien wohl kaum einen ungünstigeren Ort (und Zeit) für so einen Mord. Eine enge Passage mit vielen Leuten. Praktisch nur eine Ausfahrt per Auto mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass irgendwer die enge Straße blockiert und man eine Weile festsitzt. Und relativ viel Polizei rundherum. Merkwürdig.

  • Lola am 23.12.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so kann man gegen Vorgehen

    Wir brauche endlich ein anständiges Zeugenschutzprogamm und ein gesetzlichen Zeugenschutz der nicht erst 5 Monate braucht um zu wissen ob man den bekommt oder nicht. Die Justiz braucht eine grundlegende Struktur Reform .

  • Crissy am 23.12.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    frühere Unterwelt harmlos

    Das ist das Ergebnis der offenen Grenzen und wahrscheinlich nur der Anfang von Fehden. Der Drogenhandel in Wien hat sich in den letzten Jahren sehr breit gemacht.

  • Dragan am 23.12.2018 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Passt

    Mag brutal klingen, aber es hat keinen Falschen erwischt.