Prozess

15. März 2019 12:05; Akt: 15.03.2019 12:37 Print

6 Schubhäftlinge zündeten aus Protest ihre Zelle an

Um ihren Unmut zu äußern, zündeten sechs Männer vergangenes Jahr die Betten in einem Polizeianhaltezentrum (PAZ) in Hernals an. Jetzt startete der Prozess.

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Nachdem die fünf Afghanen und ein Iraner (18-33 Jahre) einen Abschiedsbrief in Deutsch verfassten, dürften die Männer am 14. September mehrere Matratzen und Bettbezüge in Flammen gesetzt haben. Grund der suizidalen Tat war die anstehende Ausweisung aus Österreich.

Zum Zeitpunkt der Tat befanden sie sich bereits seit mehreren Wochen in Schubhaft. Der Jüngste unter ihnen verweilte seit zwei Monaten im PAZ. Im Schreiben, soll es geheißen haben, dass sie mit ihrer Geduld am Ende seien.

Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen
Beamte registrierten das Feuer gegen 22.35 Uhr im ersten Stock des Anhaltezentrums am Hernalser Gürtel, weil die Glocken des Feueralarms schrillten. Kurz darauf rückte die Berufsfeuerwehr mit 70 Mann aus und holte sowohl Insassen als auch Beamte aus dem Gebäude. Da sich das Feuer mit hoher Geschwindigkeit in der Zelle ausbreitete, konnten die Einsatzkräfte nur mit Atemschutzgeräten das Gebäude betreten.

Die sechs Männer – sie sollen die Tür mit einem Spind blockiert haben – erlitten unterdessen schwere Verletzungen, unter anderem Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen schwereren Grades. Drei Beamte mussten ebenfalls wegen Rauchgasvergiftungen im Spital behandelt werden.

Schlechte Bedingungen und Zweifel an Suizid-Theorie
Menschenrechtsaktivisten hoben laut APA hervor, dass in jenem Polizeianhaltezentrum vergangenes Jahr 31 Selbstmordversuche unternommen wurden. Sie führten die Suizidversuche mitunter auf die schlechten Haftbedingungen zurück.

Im vorliegenden Gerichtsfall äußerten die Ermittler Zweifel an der Suizid-Theorie und führten zwei maßgebliche Faktoren an: Die Männer verschanzten sich, nachdem sie das Bettzeug in Brand setzten, in einen an die Zelle angeschlossenen Raum. Dort versuchten sie den unteren Türspalt mit nassen Handtüchern abzudecken, um die Rauchentwicklung im Extraraum einzudämmen. Als dies scheiterte, soll einer versucht haben, den Spind wieder von der Tür wegzubewegen, fiel dabei in Ohnmacht.

Die Staatsanwaltschaft erhebt jedenfalls Anklage wegen Brandstiftung und nicht, wie zuerst vermutet, auf versuchten Mord. Ein Urteil ist vorerst am 22. März zu erwarten.

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(bai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 15.03.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!!

    Bei uns fehlt es leider an MINDESTstrafen wie in den USA und anderen ländern. FÜr Brandstifter und andere konsorten sollte es immer mindeststrafen von 20 jahren geben , dann kommt noch dazu wie viele Menschen sie mit der aktion gefährdet haben und und und. DAS wären strafen.

  • zimbo am 15.03.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Versuch klappt nie ?

    Reine Erpressung.Artgerecht Unterbringung bis Abschub.

  • Joe heute am 15.03.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die...

    soll eine Fette Strafe bekommen. nach der Haft sofortige Abschiebung.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Richard Jahn am 16.03.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    ich frage mich warum hat ein Häftling überhaupt ein Feuerzeug? 1. ist es auch als Waffe anzusehen 2. isat das Rauchen in Amtsräumen untersagt und ich würde auch in Hafträumen das Rauchen untersagen.

  • Günter REITER am 15.03.2019 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Lügner und Heuchler

    Sie hatten keine Geduld mehr? Wenn diese und die die der Meinung sind ihnen zu helfen, die Arbeit der Behörde immer wieder unnötig in die Länge zu ziehen. Zusätzlich die langen Wartezeiten bei ihren zuständigen Botschaften, welche erst einmal bestätigen müssen, das diese wirklich die angegebene Person ist (falsche Angaben bzgl Namen und Geburtsdaten). Ständige Forderungen nach Zigaretten, gegen Kopfschmerzen, um einzuschlafen etc.. Es ist für mich noch immer mehrfacher Mordversuch, wenn ich in einen Gebäude ein Feuer lege, wo ein Großteil nicht alleine seinen Raum (weil eingesperrt) verlassen

  • zachaeus am 15.03.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Zeichen setzen

    mehr wollten die sicher nicht! Ob unsere Rechtsprechung auch eines setzt?

  • Marie am 15.03.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!!

    Bei uns fehlt es leider an MINDESTstrafen wie in den USA und anderen ländern. FÜr Brandstifter und andere konsorten sollte es immer mindeststrafen von 20 jahren geben , dann kommt noch dazu wie viele Menschen sie mit der aktion gefährdet haben und und und. DAS wären strafen.

  • Heinz am 15.03.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist los

    Aus Protest wegen Neuseeland?