Goldhähnchen-Laubsänger

23. Januar 2019 11:50; Akt: 23.01.2019 11:50 Print

Seltener Vogel aus der sibirischen Taiga vor NHM

Vor dem Naturhistorischen Museum Wien wurde nun ein Exemplar des seltenen Goldhähnchen-Laubsängers gesichtet. Es handelt sich um einen mittel- und ostasiatischen Singvogel.

Goldhähnchen-Laubsänger: Der seltene Vogel aus der sibirischen Taiga wurde vor dem Naturhistorischen Museum Wien beobachtet. (Bild: Leander Khil )

Goldhähnchen-Laubsänger: Der seltene Vogel aus der sibirischen Taiga wurde vor dem Naturhistorischen Museum Wien beobachtet. (Bild: Leander Khil )

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Das Beobachten seltener Vogelarten zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Vogelkundler, gleich ob Amateur oder Profi. Seit dem 21. Jänner 2019 ist das Naturhistorische Museum Wien zum Mekka der Birdwatcher geworden. Aber nicht die weltberühmte Vogelsammlung stand im Fokus des Interesses, vielmehr galt die Aufmerksamkeit einem seltenen Vogelgast aus der sibirischen Taiga, dem Goldhähnchen-Laubsänger (wissenschaftlicher Name: Phylloscopus proregulus), freut sich das NHM am Mittwoch in einer Aussendung.

9 cm-Winzling saß in den Kiefern zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum

Am Morgen des 21. Jänner 2019 konnte BirdLife-Ornithologe Christoph Roland diese Vogelrarität kurz vor dem Start seiner Museumsführung im NHM Wien auf der Grünfläche des Museums in einer Föhre entdecken. Bisher lag aus Österreich erst ein anerkannter Nachweis dieses mittel- und ostasiatischen Singvogels vor. Den ganzen Tag blieb der 9 cm-Winzling in den Kiefern zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum und konnte von vielen Vogelbeobachtern (aber auch vorbeigehenden Wienern sowie Touristen) bestaunt werden, auch am darauffolgenden 22. Jänner 2019 wurde er von vielen Menschen mit Ferngläsern beobachtet und fotografiert.

Der Laubsänger ist mit ca. 9 cm gerade einmal so groß wie die kleinsten heimischen Vogelarten, die Goldhähnchen. Mit diesen teilt er nicht nur den Namen, auch Aussehen und Verhalten weisen Ähnlichkeiten auf. Den Goldhähnchen-Laubsänger charakterisieren ein auffallend gelber Überaugenstreif, zwei hellgelbe Flügelbinden und ein markanter gelblichweißer Bürzel. Die rastlose Nahrungssuche in den Baumkronen nach kleinen Insekten und deren Larven ist typisch für die Art, immer wieder rüttelt der Vogel dabei wie ein Kolibri. Das Brutgebiet des Goldhähnchen-Laubsänger liegt in der Nadelwaldtaiga Zentral- und Ostsibiriens. Der Zugvogel überwintert in Südostasien. Im küstennahen nördlichen Mitteleuropa und in Westeuropa wird der Goldhähnchen-Laubsänger als „Irrgast“ fast alljährlich v.a. im Herbst beobachtet. Im mitteleuropäischen Binnenland ist die Vogelart dagegen viel seltener und unregelmäßiger im Auftreten.

Bereits zweiter Nachweis des Goldhähnchen-Laubsängers in Österreich

Für Österreich stellt laut Archiv von BirdLife Österreich die Beobachtung erst den zweiten Nachweis dar, erstmals wurde der Goldhähnchen-Laubsänger im November 2004 im Almtal/OÖ entdeckt. Wie bei derartigen seltenen Nachweisen üblich, muss die Beobachtung noch durch die Avifaunistische Kommission (AFK) bestätigt werden, wie Hans-Martin Berg, Sammlungsmanager der Vogelsammlung im NHM Wien und Vorsitzender der AFK erläutert: „Eine ausreichende Dokumentation, wie sie im aktuellen Fall durch viele Bildbelege vorliegt, ist entscheidend, um derartige Nachweise für wissenschaftliche Auswertungen verwenden zu können,“ so Berg. „Das gesicherte Wissen um das Auftreten seltener Vogelarten kann durchaus zu unserem Verständnis über Veränderungen in unserer Vogelwelt und den Ursachen dafür, wie Klimawandel oder Lebensraumveränderungen, beitragen.“

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 23.01.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Goldhähnchen

    Goldhähnchen, ich habe da ein anderes Bild vor Augen. Spaß beiseite, finde es auch toll, dass uns der kleine Vogel besucht.

  • Bärenklau am 23.01.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Kälte aus Norden und Osten

    kommen einige Vögel zu uns, die nicht hier heimisch sind. Habe im Süden Wiens letztens einen Schwarm weißköpfige Schwanzmeisen gesehen. Musste erst nachschauen, was das für kleine, süße, kugelige Vögel sind.

  • Denis am 24.01.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Seltener Vogel

    ist nicht der einzige haben mindesten schon seit 2 Jahren welche bei Winterfütterung in unserem Vogelhaus

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Elfriede am 24.01.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Alles schon dagewesen

    Schwanzmeisen&Co waren bereits in meiner Jugend bei uns im Garten. Das Goldhähnchen wurde mir von meinem Vater vor 50 schon gezeigt.

  • Denis am 24.01.2019 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Seltener Vogel

    ist nicht der einzige haben mindesten schon seit 2 Jahren welche bei Winterfütterung in unserem Vogelhaus

  • Eberhard Ultra am 23.01.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nicht ausgestopft ?

    Wollte im "Naturhistorischen" seine ermordeten und ausgestopften Verwandten besuchen.

  • Bärenklau am 23.01.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der Kälte aus Norden und Osten

    kommen einige Vögel zu uns, die nicht hier heimisch sind. Habe im Süden Wiens letztens einen Schwarm weißköpfige Schwanzmeisen gesehen. Musste erst nachschauen, was das für kleine, süße, kugelige Vögel sind.

  • myopinion am 23.01.2019 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Goldhähnchen

    Goldhähnchen, ich habe da ein anderes Bild vor Augen. Spaß beiseite, finde es auch toll, dass uns der kleine Vogel besucht.