Skandal aufgeflogen

21. Dezember 2018 09:05; Akt: 21.12.2018 11:11 Print

Wirbel um Luxus-Gehälter für Wiener Kinderbetreuer

Der Wiener Rechnungshof deckt ungeheure Liederlichkeiten in einem Wiener Verein für Kinderbetreuung auf. Der sorglose Umgang mit Steuergeld wird kritisiert.

Symbolbild (Bild: iStock)

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Seit 1995 übernimmt der Verein Wiener Kinder- und Jugendbetreuung im Auftrag der Stadt Wien unter anderem die Freizeitbetreuung in ganztägigen Volksschulen. 25.000 Kinder werden aktuell an mehr als 100 Schulen betreut.

Sorgloser Umgang mit Steuergeld
Wie ein Rohbericht des Rechnungshofes, der der "Krone" und dem "Kurier" vorliegt, nun zeigt, gibt es in finanzieller Hinsicht vieles zu kritisieren. 40 Millionen Euro Steuergeld erhielt der Verein allein im Vorjahr von der Stadt Wien - und mit diesem Geld wurde äußerst sorglos umgegangen, heißt es.

Einzelne Mitarbeiter hätten jahrelang Luxusgehälter bezogen und sich so über die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit, die eigentlich herrschen sollten, hinweggesetzt.

Fast 14.000 Euro zuviel
Ein Mitarbeiter etwa erhielt zwischen 2010 und 2017 um 137.530 Euro mehr, als der Kollektivvertrag eigentlich vorsieht. Auch mit einem zweiten Bediensteten der Zentrale wurde ein Sonderdienstvertrag abgeschlossen.

Geschäftsführerin schuld?
Das Ganze hing offenbar an der damaligen Geschäftsführerin. Brigitte Kopietz, die Ehefrau des ehemaligen Landesparteisekretärs der SPÖ Wien, Harry Kopietz, führte den Verein bis zu ihrere Pensionierung im Jahr 2017.

Damit bekommt der Skandal eine politische Dimension. Die aktuelle SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak sagte zur "Krone": "Ich lehne das ab. So etwas kommt unter meiner Führung bestimmt nie vor."

Mehrkosten, rückwirkende Gehaltserhöhungen
Die finanziellen Eskapaden sollen bereits 1998 begonnen haben. Zwölf Bedienstete erhielten damals zusätzlich zu den regulären Gehaltssprüngen eine außerordentliche Vorrückung - sprich Gehaltserhöhung. Dadurch entstand eine "erhebliche finanzielle Belastung", wie der Bericht attestiert.

Allein die Erhöhungen für drei Abteilungsleiter kosteten den Verein jährlich 95.000 Euro mehr als sie sollten. Besonders brisant: Auch die Geschäftsführerin selbst erhielt im November 2016 eine rückwirkende Gehaltserhöhung ab Jänner - kurze Zeit später ging sie in Pension.

Auch an den sogenannten Jubiläumsgeldern, die der Verein ab 2010 gewährte, gibt es Kritik. Während es bei der Stadt Wien erst nach 25 Jahren einen "Treuebonus" gibt, zahlte der Verein dieses Geld schon nach 15 bis 20 Dienstjahren aus. 790.000 Euro wurde so zwischen 2010 und 2017 ausgegeben.

Konsequenzen
Der neue Geschäftsführer hat die Vorgänge dann ans Licht gebracht und den zuständigen Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky verständigt: "Er hat mich im Frühjahr dieses Jahres über die Vorgangsweisen des Vereins in der Vergangenheit informiert, die mich sofort veranlasst haben, eine Überprüfung und eine unverzügliche Sanierung in die Wege zu leiten", sagt dieser dem "Kurier".

Was ist inzwischen passiert? Das Dienstverhältnis mit dem Personalverantwortlichen wurde aufgelöst, zwei andere Dienstverträge wurden einvernehmlich angepasst. Niemand erhält mehr Jubiläumsgelder oder automatische Vorrückungen.

Auch wird der Verein durch die Überführung in eine GmbH komplett neu aufgestellt. Das soll für mehr Transparenz sorgen. An der guten Betreuung der Kinder ändere sich dadurch nichts, versicherte Czernohorszky.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reini am 21.12.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Und warum wird das

    Geld welches unrechtmäßig ausbezahlt wurde nicht von der Verantwortlichen, nämlich von Fr. Kopietz zurückgefordert? Kann es daran liegen dass die Familie Kopietz zu tief im roten Sumpf verstrickt ist. Kann es daran liegen dass Angst besteht dass noch mehr auffliegt?

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  • Betriebsvermögen am 21.12.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder

    ein watergate für die SPÖ...aber Hauptsache gegen ander hussen und schimpfen....logisch, daß die keiner will !

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  • Rudi Rathlos am 21.12.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig Frauen in Führungsposition

    soviel zur Frauenquote. Man möge zudem noch auf andere Skandale blicken, welche unter der Leitung von 'innen zu tage gekommen sind. KH-Nord usw.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Baldi am 07.01.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote Armee

    Da sieht man wieder,das die Roten sich ungeniert bereichert haben, vielleicht hat Rendi Wagner das mit sozialer Kälte gemeint.Das Ihre Genossen geschwollene Finger vom Kassieren bekommen.

  • Claudi am 22.12.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Mrs

    Wann gibt es endlich Neuwahlen die Partei ist nicht,mehr tragbar.Wirft das Steuer Geld beim Fenster hinaus kein Wunder das Wien so viel Schulden hat.

  • Jasmin Weberhofer am 22.12.2018 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    wieder einmal die SPÖ???

    Dieser sorgloser Umgang mit dem Steuergeld zieht sich wie ein roter Faden schon Jahrzehnte durch die SPÖ!! Und es ist mehr als gut, dass diese Machenschaften und Ungereimtheiten endlich einmal aufgedeckt werden!!!

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    • schluß damit am 22.12.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      zur rechenschaft ziehen

      wann wird ein gesetz beschlossen, dass politiker gelder rückzuerstatten haben, bzw wegen betrug jdzt. haftbar gemacht werden dürfen, wenn sorgfaltspflicht grob verletzt wurde???? nur abkassieren, abputzen und vertschüssen muss endlich ein ende haben!

      • Franz von Sales am 22.12.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

        zur Rechenschaft ziehen

        Pensionsansprüche für verfallen erklären und auf ASVG limitieren! (Geht nicht? Gibts nicht! Gesetze ändern!!)

      • Chris Eizen am 22.12.2018 12:47 Report Diesen Beitrag melden

        @Franz von Sales

        Stimmt! Sonst haben sie ja einen überhöhten Pensionsanspruch dank gestohlenen Staatsgeldern. Wir zahlen sonst diesen Betrug auf Lebenszeit aus. Und den Häupl sein Einkommen weiß aus Datenschutzgründen niemand, da der Fisch vom Kopf zu stinken anfängt kann man annehmen, dass auch er sich ein höheres Gehalt zugeschanzt hat.

      einklappen einklappen
    • TantePolly am 22.12.2018 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      Darum "braucht" die SPÖ Zuwanderung.

      Weil die meisten einheimischen Wähler von solchen Misständen permanent vergrault sind können neue Wähler nur mehr durch Zuwanderung gewonnen werden.