Vilimsky im Interview

24. April 2019 14:45; Akt: 24.04.2019 15:18 Print

"Ich würde Armin Wolf vor die Tür setzen"

von Mathias Klein - Harald Vilimsky ist nicht zufrieden mit Armin Wolfs Fragen im "ZiB2"-Interview. Jetzt legt der FPÖ-General im Gespräch mit "Heute.at" nach.

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Seit sich "ZiB2"-Anchorman Armin Wolf in der Sendung vom Dienstag ein Wortgefecht mit FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky lieferte, ebbt die Aufregung bei den Freiheitlichen nicht ab. Wie berichtet, hatte Wolf ein Sujet der steirischen FPÖ-Jugend einer Karikatur der Nazi-Zeitung "Der Stürmer" gegenübergestellt.

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Wie hat sich Harald Vilimsky im ZiB2-Interview mit Armin Wolf geschlagen?

"Heute.at": Nach einmal drüber schlafen: Wie geht es Ihnen nach dem gestrigen Interview?

Harald Vilimsky: Hervorragend. Mich erreichen hunderte Mails und Kurznachrichten. In den sozialen Netzwerken und Foren gibt es gerade eine Empörungswelle gegen den Herrn Wolf, die nicht enden wollend ist. Ich glaube, dass er hier das Maß überschritten hat. Ich werfe dem ORF und dem Herrn Wolf übelste Manipulation in einem der sensibelsten Bereiche vor. Man kann über den Stil dieses Plakats reden. Ich hätte es nicht so gemacht. Aber es ist durch die Moschee klar ersichtlich, dass das Islamisten sind. Das erkennt man auch an der Kopfbedeckung.

Dann einen Ausschnitt zu machen und dem ein Bild aus dem "Stürmer" gegenüberzustellen, ist in Wahrheit eine Verharmlosung der Judenverfolgung. Das ist einmalig in der Geschichte der österreichischen Medienwelt. Ich erwarte mir, dass ORF-Generaldirektor Wrabetz hier einschreitet. Und ich sehe als Gebührenzahler, nicht als Politiker, auch gar keine andere Konsequenz, als dass Armin Wolf abgezogen wird. Er ist ein parteipolitischer Propagandist beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

"Es ist untragbar, was hier gerade passiert!"

Was meinen Sie mit "abgezogen" genau? Soll der ORF Armin Wolf kündigen oder soll er einfach nicht mehr für Interviews zuständig sein?

Also wäre ich [Alexander] Wrabetz [ORF-Generaldirektor, Anm], würde ich Wolf vor die Tür setzen! Ich bin aber nur Gebührenzahler und ich möchte aus meiner kleinen Rolle auch keinen Hehl machen. Aber es ist untragbar, was hier gerade passiert!

Als Sie ins Studio gekommen sind, haben sie mit einem derartigen Interview-Verlauf gerechnet? Was waren im Vorfeld für Themen angekündigt worden?

Ich bin zu EU-Themen eingeladen worden. Ich erlebe aber jetzt schon zum zweiten Mal, dass dann gar keine europapolitischen Themen gefragt worden sind. Auch hier ist manipulativ vorgegangen worden. Aber da bin ich so weit Profi, dass ich damit umgehen kann.

Aber es ist Schluss mit lustig, wenn Armin Wolf uns die Judenverfolgung mit einem manipulativen Vergleich unterjubeln möchte. Da sind wir an einem Punkt angelangt, wo es keine Akzeptanz mehr geben kann.

Ist Armin Wolf bzw. der ORF Teil der "linken Netzwerke", die Sie im Interview angesprochen haben?

Der ORF per se nicht, aber Teile des ORF rund um Armin Wolf sehr wohl. Der hat ja auch eine ziemlich offensichtliche Kooperation mit Florian Klenk, also dem Chefredakteur des "Falter". Hier erfolgt ein thematisches Pingpong-Spiel zwischen den beiden. Das ist für jeden offensichtlich, der sich länger mit der Thematik auseinandersetzt.

Sie haben im Interview gesagt, der "Stürmer"-Vergleich wird "nicht ohne Folgen bleiben". Von welchen Folgen haben Sie gesprochen und würden Sie das als Drohung bezeichnen?

Drohung ist das natürlich keine! Ich habe ja auch nicht ihn bedroht, sondern nur klar gesagt: "Das kann nicht ohne Folgen bleiben."

"Ich bin keiner, der jemandem den Handschlag verweigert."

Was ist eigentlich nach dem Interview passiert? Gibt man sich da noch die Hand?

Ich bin keiner, der jemandem den Handschlag verweigert. Ich habe mich ganz normal verabschiedet und bin danach noch in ein Wiener Lokal gegangen, wo ich Matthias Strolz getroffen habe. Dem geht es offensichtlich blendend nach seinem Ausstieg aus der Politik. Sogar die Haare sprießen wieder, meinte er zu mir!

Und die Interviewführung?

Ich habe kein persönliches Problem damit, dass Armin Wolf seine Interviews auf diese Art und Weise führt. Ich habe aber schon ein politisches Problem, wenn jemand einen Monat vor der EU-Wahl eine Geschichte hervorzerrt, die schon einen Bart von einem Jahr hat – als große Überraschung. Und klar war ich überrascht, weil das Plakat war in der Steiermark kein Thema.

Und dann die Bilder so zu manipulieren, dass ein Vergleich zum "Stürmer" gezogen werden kann – das ist die unterste Schublade und kann so nicht hingenommen werden. Aber ich habe trotzdem kein Problem damit, dem Armin Wolf die Hand zu schütteln, wenn er sie mir nach dem Interview anbietet.

Erwarten Sie eine persönliche Entschuldigung von Armin Wolf?

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er das tut. Schauen wir mal. (lacht) Aber wenn er sich entschuldigt und eingesteht, dass hier manipulativ vorgegangen wurde, dann ist die Sache für mich vom Tisch.

"Wenn ich Leute zu einem Thema einlade, dann sollte ich auch zu diesem Thema befragt werden."

Verlangen Sie in Zukunft einen anderen Interviewer, wenn Sie Gast beim ORF sind?

Nein, ich kann mir ja nicht aussuchen, wer mein Interviewer ist. Das ist die Sache des ORF. Aber die Spielregeln gehören beachtet: Wenn ich Leute zu einem Thema einlade, dann sollte ich auch zu diesem Thema befragt werden. Und nicht falsche Tatsachen vorspielen! Und ich erwarte mir zum Zweiten, dass man von Manipulation absieht.

Wie viel von dieser Eskalation war Kalkül mit Blick auf die EU-Wahl?

Es gibt so viele Kritikpunkte an der EU, die ich gestern gerne breitgetreten hätte. Und es ist irrsinnig schade, dass das anscheinend beim ORF nicht geht, oder nicht gewollt ist. Ich bin ja Passagier beim ORF, ich kann dort ja nichts eskalieren lassen oder deeskalieren. Ich kann nur auf Fragen antworten. Und die Art und Weise der Fragen war auf eine Eskalation angelegt. Das ist am ORF gelegen und nicht an mir!

Das "ZiB2"-Interview in voller Länge:

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    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • Fiedler_Stefan am 24.04.2019 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alles rot im ORF

      Leider ist der ORF kein unabhängiger Sender.

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    • rudi am 23.04.2019 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      armin wolf

      ich bin gewiss kein vilimsky freund , aber der " oberstaatsanwalt " wolf ist untragbar , interview zu bestimmten thema wegschieben und was " aktuelles " vorzutragen was ein " alter hut " ist , das ist frechheit

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    • Richard am 24.04.2019 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      provozieren ist eine Modeerscheinung

      Aber irgendwann reicht es dann , dann kommt der gegenschlag, das ist auch gut so, man muss such nicht alles gefallen lassen ! Armin Wolf da hast den falschen geärgert.......

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    Die neuesten Leser-Kommentare

    • müssen wir am 06.05.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      den armen moderator jetzt bedauern

      oder ist er mit seiner offensichtlichen politischen gesinnung, die er in "öffentlich rechtlichen und unabhängigen medien" - wie der rotfunk sich gerne bezeichnet - zu schau stellt, nicht selbst daran schuld, dass über ihn schmuztzkübel ausgeleert werden ? dass er diese provoziert, dürfte dieser herr noch nicht behirnt haben.

    • Gerhard Nond am 03.05.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wolf

      Bitte Herr Wolf hat wissentlich und absichtlich gezündelt, da ist er jetzt selbst Schuld was andere von ihm halten und über ihn denken. sskm

      • Charly9 am 11.05.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Gerhard Nond

        ......er traut sich immerhin die wahrheit zu sagen, auch wenns mal weh tut

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    • ibindameinung am 03.05.2019 21:56 Report Diesen Beitrag melden

      So geht das nicht!

      Trotz allem, das war kein Interview, sondern ein Verhör. An sich liebe ich die Fragestellungen von Wolf, weil er sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gibt. Aber das waren glatte Unterstellungen.

    • Karim am 03.05.2019 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Vorher Nachdenken

      Ich möchte Herrn Wolf nicht verteidigen aber auch als FPÖ Wähler sollte man sich an gewisse Regeln halten. " Schimpftriaden bringen gar nichts"...ihr FPÖ Wähler möchtet die Partei stärken? Ihr macht genau das Gegenteil...Denkt mal darüber nach..

    • isabell am 03.05.2019 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      mich wundert

      es nicht wenn der orf immer mehr seher verliert bei so einem unmöglichen moderator und diesen ganzen schmarren an sendungen die der orf bringt ich sage nur dancing stars das ist ja wohl die schrecklichste sendung und die ganzen wiederholungen die der orf ständig brint kein wunder