Als Yoga- und Pilates-Lehrerin musste sich Manuela R. in der Pandemie finanziell extrem nach der Decke strecken. "Die Lockdowns haben mich ruiniert. Ich habe erst drei Monate, dann sieben Monate nicht richtig arbeiten können", erzählt die verzweifelte Wienerin im "Heute"-Gespräch. Sie ist seit 25 Jahren leidenschaftliche Trainerin, ihre Kurse gibt sie mittlerweile ausschließlich in Wiener Vereinen. "Die kämpfen aber auch alle ums Überleben, so wie ich", weiß sie. Sie stellte auf Online-Kurse um, doch mit dem geringen Verdienst kommt die 57-Jährige nur schwer über die Runden.
Durch Corona hat die Sport-Trainerin so starke Einbußen erlitten, dass sie nun massive Probleme hat, ihre Energierechnung zu bezahlen. Nach dem ersten Lockdown waren ihre Nachzahlungen für Strom und Gas so hoch, dass Manuela R. mehrmals den Anbieter wechseln musste. "Dann ist mir auch noch die Therme eingegangen. Ich musste wochenlang kalt duschen und mich mit meinem Vermieter über die Kosten streiten", ärgert sich die Selbstständige. "Als die Energiepreise immer weiter in die Höhe geschnellt sind, konnte ich nicht mehr mithalten."
Inzwischen bezieht Manuela R. Notstandshilfe von knapp unter 1.000 Euro und eine geringe Mietbeihilfe. "Das ist leider zu wenig zum Leben", versucht sie, über die Runden zu kommen. "Niemand kümmert sich um die Freischaffenden. Ich verdiene nur etwas, wenn ich einen Kurs gebe. Aber die Kunden sind in der Pandemie leider spürbar weniger geworden."
Die Wienerin muss 139 Euro im Monat für Strom bezahlen, diesen Spagat schafft sie kaum mehr. "Gut, dass ich mit Yoga vertraut bin und wenig esse. Es hat Zeiten gegeben, da musste ich jedes Wurstblatt zählen", blickt sie traurig auf die letzten beiden Jahre zurück. Manuela R. wird nun durch die Individuelle Spontanhilfe des Roten Kreuzes bei ihrer Energierechnung unterstützt. 200 Euro Nachzahlung sind noch offen. "Es ist keine Schande, arm zu sein", will sie anderen Mut machen, um Hilfe zu bitten.