Politik

3 Wochen später: Mindestlohn-Forderung 805 € niedriger

Am SPÖ-Parteitag hatte Kurzzeit-Boss Hans Peter Doskozil 2.000 € Netto-Mindestlohn gefordert. Nun will man diese Summe tatsächlich – aber brutto.
Heute Redaktion
22.06.2023, 21:27
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Welchen Unterschied knapp drei Wochen ausmachen können: Am Parteitag im Linzer Design Center hatte Kurzzeit-Parteivorsitzender Hans Peter Doskozil noch einen Netto-Mindestlohn von 2.000 Euro für alle Österreicher gefordert. Diesen hat er im Burgenland bereits eingeführt. Auf Bundesebene dürfte das so schnell nicht kommen. Gewerkschaftsboss Wolfgang Katzian will via General-Kollektivvertrag ebendiese Summe erreichen – allerdings brutto. 

Forderung 805 Euro geringer

Neo-Chef Andreas Babler hat immer betont, in dieser Frage Seite an Seite mit der Gewerkschaft zu gehen. Zum Generalkollektivvertrag hieß es nun gegenüber "Heute": "Ja, wir unterstützen das unbedingt!" Bedeutet in Zahlen: Statt monatlich zumindest 2.805 Euro beträgt die Forderung, die nun als Unterkante auf dem Tisch liegt, 2.000 Euro brutto.

Heißt unter neuer Parteiführung: Monatlich 805 Euro brutto (oder 433 Euro netto) weniger als vom Burgenland-Chef vor drei Wochen gefordert. In diese Summe sind die Verluste bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch nicht einmal einberechnet.

Katzian für Arbeitszeitverkürzung

Wie berichtet, wurde beim 20. ÖGB-Bundeskongress am Donnerstag die Führungsspitze der Gewerkschaft neu gewählt. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian konnte 90,37 Prozent der Delegierten von sich überzeugen und bleibt weitere fünf Jahre im Amt.

In einer kämpferischen Rede forderte Katzian einmal mehr eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Bei den Pensionen soll es einen abschlagsfreien Zugang nach 45 Jahren geben. Zudem sprach er sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege sowie einen Rechtsanspruch auf einen "Kinderbildungsplatz" ab dem ersten Geburtstag aus.

"Lohn, von dem man leben kann ..."

In seiner knapp halbstündigen Rede sagte er zur Mindestlohn-Thematik wörtlich: "Und wir gehen einen Schritt weiter im Kampf um den gerechten Anteil der Arbeitnehmer:innen, um den Lohn, von dem man leben kann: In vielen Branchen haben wir den geforderten Mindestlohn von 2000 Euro erreicht, aber es braucht mehr Tempo – next step ist ein Generalkollektivvertrag! Wir werden in den nächsten Monaten nicht nur Gespräche darüber mit der Wirtschaftskammer führen, sondern auch Aktivitäten vorbereiten, um die Arbeitnehmer:innen zu informieren."

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