Bei einer Lkw-Schwerpunktaktion auf der Ostautobahn am Wochenende setzte es 376 Anzeigen wegen technischer Mängel. Unter anderem wurde ein Explosivstoff-Transporter mit groben Problemen aus dem Verkehr gezogen. Außerdem tappten 1.300 Temposünder in die Falle.
Von Freitag bis Sonntag waren die Kontrolleure auf der A4 im Bezirk Neusiedl am See täglich jeweils acht Stunden im Einsatz. Neben den Lkw-Kontrollen hatten es die Beamte auch auf Schnellfahrer abgesehen. Nach einer Vorauswahl wurden insgesamt 72 Schwerfahrzeuge genauer unter die Lupe genommen. Davon wurde 46 die Weiterfahrt untersagt, 34 Lkw wurden darüber hinaus die Kennzeichen abgenommen, zog Oberstleutnant Andreas Stipsits Bilanz.
Ungarn nach Amsterdam und retour "fast nonstop"
Bei den Kontrollen stoppten die Polizisten auch einen Tanksattelzug, dessen Lenker am Weg von Ungarn nach Amsterdam und retour "fast nonstop" unterwegs gewesen sei. "Auf dem Rückweg haben wir ihn dann angehalten", schilderte Stipsits. "Die letzten 14 Stunden war er durchgehend unterwegs nur mit einer eineinhalbstündigen Pause." Der Mann habe von Mittwoch bis Samstag ständig die Lenkzeiten überschritten. Damit dies nicht so auffällt, habe er zwei Karten für den Tachograf benutzt.
Lkw mit Explosivstoffen hatte kaputte Bremsklötze
Ein anderer Lkw hatte Explosivstoffe geladen. Bei dem Laster stießen die Prüfer auf drei schwere Mängel. "Die Bremsklötze waren teilweise nicht mehr vorhanden", so Stipsits. Auch eine mangelhafte Luftfederung und stark verschlissene Radlager fielen den Beamten auf. Der Lkw sei "wirklich schlimm beinander" gewesen. Da half dem Lenker auch nicht, dass er die erforderliche Qualifikation für den Transport nachweisen konnte.
Immer wieder werden auch Linienbusse beanstandet. Diesmal wurden unter anderem zwei Bussen, die von Serbien nach Westeuropa unterwegs waren, die Kennzeichen abgenommen. Bei der Überprüfung der Bremswirkung waren Unterschiede bis zu 80 Prozent festgestellt worden, erläuterte Stipsits. Bei einer abrupten Bremsung komme ein Fahrzeug damit unweigerlich ins Schleudern.
40 Inder mussten auf Bahn umsteigen
Mehr als 40 indische Passagiere eines tschechischen Busses am Weg von Wien nach Budapest mussten auf die Bahn umsteigen, weil das Fahrzeug in desolatem Zustand war. Auch mit überladenen Lkw und mit Verstößen gegen das Wochenendfahrverbot bekamen es die Beamten zu tun.