"Bohnen-Bonzen" kauften 6.700-€-Kaffeemaschine

Yannick Shetty, Vorsitzender der Junos Studierenden, kritisiert gegenüber "Heute" die Anschaffung der Luxus-Maschine scharf.
Yannick Shetty, Vorsitzender der Junos Studierenden, kritisiert gegenüber "Heute" die Anschaffung der Luxus-Maschine scharf.Bild: Neos
Die horrenden Kosten interessierten sie nicht die Bohne: Die Hochschülerschaft (ÖH) der Uni Graz schaffte eine neue Kaffeemaschine um 6.700 Euro an!
Man muss abgebrüht sein, um so eine Investition um die Zwangsgebühren von Studenten zu tätigen. Die „Bohnen-Bonzen" der ÖH Graz ersetzten einen – noch funktionierenden – deLonghi-Apparat durch eine zwei Meter hohe Nespresso-Maschine der Luxusklasse – für ganz große Kasse.

Neues Gerät kostete exakt 6.719,24 Euro

Das Modell „Gemini CS 233" ist der Ferrari unter den Koffeinspendern. Dementsprechend abgefahren ist auch der Preis von 6.719,24 Euro. Dafür steht ausgewählten Personen an der Uni neben herkömmlichen Espresso-, Ristretto- oder Lungokapseln auch Nespresso-Genuss in den Geschmacksrichtungen Vanille und Karamell zur Verfügung.

Junos-Mann Shetty: "Wie Tagespresse-Story"

Yannick Shetty von den jungen Neos ist entsetzt und gibt gegenüber „Heute" Gas: „ Als ich davon erfahren habe, dass die Exekutive der ÖH Uni Graz – bestehend aus FLUG, VSSTÖ und GRAS – sich eine Kaffeemaschine um 6.700 Euro für ihr Büro angeschafft hat, hat es mich fast vom Sessel gehaut. Auch das Argument, dass das neue Gerät dann locker auch zehn Jahre hält, ist ein Wahnsinn. Da ist man sich nicht mehr sicher, ob es sich bei dem Sachverhalt nicht eher um eine Geschichte der Satireseite "Tagespresse" handelt."

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Shetty recherchierte nun sämtliche Hintergründe. Auch diese sind dazu geeignet, einen veritablen Koffein-Schock auszulösen – obwohl bei der neuen Luxus-Maschine auch koffeinfreier Kaffee offeriert wird: Zu den 6.700 Euro kommen jährlich nämlich noch 84 Euro Servicegebühr und bei einem durchschnittlichen Preis von 38 Cent je Kapsel noch Tausende Euro Mehrkosten im Vergleich zum Vollautomaten. Yannick Shetty: "Mir fehlen die Worte. So geht man nicht mit den Geldern der Studierenden um."

Nur 500 Personen haben Zugang

„Alle Studenten zahlen für den Luxus, doch nur 500 willkürlich ausgewählte Funktionäre haben Zugang zur Luxusmaschine – das geht nicht", kritisiert Shetty.

Laut der ÖH Uni Graz wurde der für den Kauf verantwortliche Finanzreferent abgezogen. Via Facebook stellte die Hochschülerschaft klar: "Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde sofort eine Sachverhaltsdarstellung an die Kontrollkommission des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung übermittelt, in der um Überprüfung der vorliegenden Vorwürfe gebeten wurde."

Hochschülerschaft will "lückenlos" aufklären

Die ÖH beteuerte, die Vorwürfe ernst zu nehmen, "möchte aber betonen, dass es bis zum Zeitpunkt einer lückenlosen Aufklärung nicht zu Vorverurteilungen kommen darf". Die Rechtsgeschäfte der Hochschülerschaft an der Universität Graz wurden stets unter Einhaltung der Grundsätze der Zweckmäßigkeit, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit abgehandelt."

Sparsam zeigten sich in der Zwischenzeit die Junos Studierenden. Sie verlosen auf Facebook eine neue Nespresso-Maschine – im Wert von wohlfeilen 62 Euro. Da bleibt auch das Shoppingbudget der Pinken rosarot …

Junos-Mann Shetty übt scharfe Kritik:

(coi)

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