Mit Winterpaket bis zu 1.150 Obdachlose versorgt

Damit Obdachlose im Winter nicht im Freien übernachten müssen, stellt die Stadt Nachtquartiere zur Verfügung.
Damit Obdachlose im Winter nicht im Freien übernachten müssen, stellt die Stadt Nachtquartiere zur Verfügung.Bild: picturedesk.com
Nach der Kältewelle der letzten Woche zog die Stadt Wien nun eine erste Bilanz zur Wohnungslosenhilfe. Dabei zeigt sich, dass die Auslastung bei rund 90 Prozent lag.
Das Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe bietet allen von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen in Wien eine warme Übernachtungsmöglichkeit. Nach den eisigkalten Temperaturen der vergangenen Woche wurde nun eine Zwischenbilanz zum Wiener Winterpaket gezogen.

"Gerade in den Wintermonaten braucht es besondere Anstrengungen für die Versorgung wohnungsloser Menschen, damit niemand bei eisigen Temperaturen die Nacht im Freien verbringen muss", erklärt Sozialstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ).

Dank der guten und professionellen Zusammenarbeit mit "Obdach Wien", dem Wiener Roten Kreuz, Caritas, Samariterbund Wien, Volkshilfe Wien, den Johannitern und der St. Elisabeth Stiftung konnten in den letzten Tagen bis zu 1150 Personen versorgt werden. Dennoch wurde das Kontingent an Notschlafplätzen nicht ganz ausgereizt. Die Auslastung der Nachtquartiere lag zuletzt bei rund 90 Prozent, eine deutliche Entspannung im Vergleich zu den Tagen davor.

CommentCreated with Sketch.3 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bedarf an Schlafplätze wird laufend geprüft

"Die Auslastung der Notquartiere wird täglich geprüft und bei steigendem Bedarf können wir gemeinsam mit den Organisationen zusätzliche Schlafplätze bereitstellen. Damit stellen wir sicher, dass jeder einen warmen Schlafplatz hat. Das zuletzt aufgestockte Kontingent an Plätzen musste in den vergangenen Tagen nicht ausgeschöpft werden", erklärt Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien (FSW)

"Kürzungen bringen soziale Kälte unabhängig von Jahreszeit"

Die Angebote des Winterpakets stehen allen Menschen, unabhängig von Herkunft oder Sozialanspruch, offen, betonte Hacker. Nur eine Sozialpolitik, die die Schwächsten der Gesellschaft schütze, sichere den gesellschaftlichen Frieden. Kürzungen, wie von der Bundesregierung angedacht, würden hingegen für eine soziale Kälte sorgen, die uns unabhängig der Jahreszeit entgegenschlagen wird.

Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe

Im Zuge des Winterpaket 2017/18 der Wiener Wohnungslosenhilfe stellt die Stadt in der Zeit von Anfang November bis Ende April zusätzliche Nachtquartiersplätze bereit, die die rund 300 ganzjährig vorhandenen Nachtquartiersplätze ergänzen.

Damit standen bis zu 1.275 Nachtquartiersplätze in Wien für Einzelpersonen, Paare und Familien zur Verfügung. Das größte Notquartier Wiens befindet sich in einem Pavillon des ehemaligen Geriatriezentrums am Wienerwald in Hietzing. Es verfügt über 150 Plätze.

Der größte Teil der Betroffenen benötige für zehn bis 14 Tage ein Nachtquartier. Um sich tagsüber aufwärmen zu können, gebe es außerdem 160 Plätze in insgesamt drei Wärmestuben, die das Angebot der ganzjährig bestehenden Tageszentren in der kalten Jahreszeit ergänzen. So wird etwa die Wärmestube Apollogasse im ehemaligen Sophienspital gut angenommen und versorgt insgesamt bis zu 120 Personen am Tag.

Wien investiert in Wohnungslosenhilfe

Knapp 78 Millionen Euro wendet die Stadt Wien 2017 für die Wohnungslosenhilfe auf – davon werden rund 6.200 Wohn- und Schlafplätze finanziert, aber auch Tageszentren wie die JOSI, Beratungseinrichtungen und Straßensozialarbeit.

Insgesamt fördert die Stadt Wien über den Fonds Soziales Wien etwa 100 Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe. 11.000 Menschen pro Jahr nutzen die Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe, rund 1.000 ehemals obdach- oder wohnungslose Menschen finden dadurch jedes Jahr eine eigene Wohnung. (lok)

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