"99 von 100 Verführungs-Versuchen weist er ab!"

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Seit Melanie schwanger ist, läuft im Bett so gut wie gar nichts mehr. Aber sie ist topfit und möchte Sex haben. Was tun?
Frage von Melanie (34) an Doktor Sex: Seit ich schwanger bin, schläft mein Mann nur noch alle zwei bis drei Monate mit mir. Ich habe ihm schon mehrmals gesagt, dass mich das stört. Meiner Vermutung, dass er mich betrügen könnte, widerspricht er vehement und ärgerlich. Ich konnte bisher auch keine Bestätigungen dafür finden. Dass er schon Pornoseiten besucht hat, während ich nicht zu Hause war, habe ich jedoch herausgefunden.

Mir ist klar, dass eine Schwangerschaft Veränderungen mit sich bringt und das Sexualleben nicht einfach gleich bleiben kann wie zuvor. Trotzdem ist es für mich nicht okay, komplett von ihm abgewiesen zu werden. Ich bin topfit und habe Lust darauf, mit ihm Sex zu haben. Jedoch werde ich bei 99 von 100 Versuchen, ihm näher zu kommen und ihn zum Sex zu verführen, abgewiesen. Was kann ich tun, damit sich dies ändert?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Melanie

Was ich oft in den Paargesprächen in meiner Praxis beobachte, scheint mir auch bei euch der Fall zu sein: Der fehlende Sex ist nicht das Problem, sondern lediglich ein Symptom. Das, worum es geht, scheint mir tiefer zu liegen und sich auf der Beziehungsebene, also im Raum zwischen euch abzuspielen. Sei mir daher nicht böse, wenn ich dir nachfolgend nicht Tipps gebe, wie du deinen Mann erfolgsversprechender verführen könntest.

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Eine Schwangerschaft bedeutet, dass sich die Paargemeinschaft wandelt. Aus der Zweierbeziehung, auch Dyade genannt, wird eine Triade – eine Dreiheit. Damit dieser Prozess sich vollziehen und ein Drittes sich in dieses System einfügen kann, ist eine Geburt erforderlich, was bedeutet, dass die Frau die Frucht in die Welt entlassen muss, die in ihr während neun Monaten herangewachsen ist.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Etwas vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass die Mutter etwas loslassen und eine bestehende Beziehung erweitern muss, damit der Vater mit dem gemeinsamen Kind überhaupt in Beziehung treten kann. Gespräche mit werdenden Vätern im Rahmen von Geburtsvorbereitungskursen - aber auch deine Frage hier - zeigen mir, dass dieser Prozess des In-die-Welt-Entlassens nicht ganz einfach ist und Paare oft in eine Krise stürzt.

Nicht selten spitzen sich bereits bestehende Probleme während der Schwangerschaft massiv zu. Manche Frauen wollen von ihren Männern in dieser Zeit den Beweis, dass man ihnen hundertprozentig vertrauen kann und sie des Juwels würdig und dem Umgang damit gewachsen sind. Dabei vergessen sie jedoch leider etwas, dass ihr Partner keine Beweise erbringen oder gar eine Eignungsprüfung bestehen muss, bevor er seine Rolle als Vater übernehmen darf.

Du tust daher gut daran, etwas liebevoller mit deinem Mann umzugehen und – sofern dir dies möglich ist – ein wenig Verständnis für ihn und seine Situation aufzubringen. Vielleicht ist er dann in der Lage, dir das zu sagen, was ich auch schon von anderen Männern gehört habe: Dass er schlicht und einfach wenig oder gar keine Lust hat, während der Schwangerschaft mit dir Geschlechtsverkehr zu haben. Sobald diese Hürde einmal genommen ist, dürfte es euch möglich sein, nach Wegen zu suchen um dein und – so vermute ich – auch sein Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Zärtlichkeit zu stillen.

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