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"Beyond: Two Souls" für PC glänzt mit neuer Grafik

Heute Redaktion
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Original auf der Playstation 3 im Jahr 2013 erschienen, hat Quantic Dream "Beyond: Two Souls" für den PC adaptiert. Nicht alles ist so top wie die Grafik.

Eines ist ganz klar: Die Klassiker "Heavy Rain" und "Beyond: Two Souls" haben es sich in jeder Hinsicht verdient, auch am PC gezockt zu werden – ebenso wie das zuletzt erschienene "Detroit: Become Human" von Quantic Dream. Die stark Handlungs-getriebenen Videospiele zählen zum erzählerisch Besten, was der Game-Sektor zu bieten hat.

Das Star-besetzte Beyond: Two Souls ist jetzt vorübergehend exklusiv im Epic Game Store zu haben. Es handelt sich nicht nur um einen simplen Konsole-zu-PC-Port, sondern wurde dafür extra liebevoll überarbeitet. Deutlich ist das bei der Grafik zu sehen. Das auf der PS3 als Bombast-Grafikwerk geltende Spiel machte zwar auch auf der PS4 einiges her, am PC ist man aber wiederum mit 4K-Grafik, detaillierterer Mimik und Hollywood-reifen Szenen eine Stufe über der bisher gesehenen Qualität.

Kein Wunder, war die fortschrittliche Technik des Motion-Capturing doch schon im Original im Einsatz und diente auch hier als Grundlage für den Grafik-Auftritt. So wirken dieses Mal die Darsteller wie Ellen Page und Willem Dafoe lebensechter als je zuvor. Vor allem die Mimik beeindruckt, teils könnte man das Spiel mit einem modernen Film verwechseln. Ein Aspekt, den "Beyond: Two Souls" dem etwas älteren "Heavy Rain" voraus hat. Grafisch ist man hier eher in der Nähe des neueren "Detroit: Become Human".

Ein wahrer Augenschmaus

Die Verbesserungen des Spiels beschränken sich allerdings nicht nur auf die Auflösung. Auch die Kantenglättung sieht nun extrem elegant aus und auch die höhere Bitrate von 60 Bildern pro Sekunde lässt das Werk zu einem wahren Augenschmaus werden. Zuvor zockte man da auf der Ps4 mit "nur" 30 Bildern pro Sekunde in der neu aufgelegten Fassung des Spiels. Und auch eine extra Unterstützung für 21:9-Monitore gibt es.

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Leider glänzt neben der Grafik nicht alles so sehr in der PC-Fassung. Doch davor ein kurzer Sprung zum Original und dessen Geschichte. Der Spieler erlebt das interaktive Film-Adventure in der Rolle von Jodie, die seit ihrer Geburt von einem mysteriösen Wesen begleitet wird. Im Game durchläuft man die Zeitspanne von achten bis zum 25. Lebensjahr der Protagonistin – und das mit sehr verwirrenden Zeitsprüngen, da das Abenteuer im Original nicht linear abläuft. In der PC-Fassung kann man deshalb neben dem Original- auch den linearen Spielverlauf wählen.

Ein paar verpasste Chancen

Auch vieles andere bekannte ist in der PC-Fassung dabei: Der eher karge Download-Inhalt "Fortgeschrittene Experimente", der Koop-Modus bei dem sich die Spieler die Rollen von Jodie und dem übersinnlichen Wesen Aiden teilen, die zwei Schwierigkeitsgrade und auch die Controller-Steuerung ist am PC mit an Bord. Nicht überall hat man aber so konsequent an den PC-Features gearbeitet, wie es bei der Grafik der Fall ist.

Keine Rolle spielen etwa mehr die Controller-Funktionen. So fällt die Bewegungssteuerung mit dem Gamepad weg und auch die Tonausgabe aus dem Controller-Lautsprecher ist Geschichte, ist das Spiel nun auch eher auf Tastatur- und Mauseingabe ausgerichtet. Schade für jene, die trotzdem ein Gamepad benutzen wollen, es wird sich wohl aber eher um die Minderheit der Spieler handeln.

Leidet weiter an Original-Features

Die weitaus größeren Auffälligkeiten sind aber jene, die das Spiel von seiner Original-Fassung behalten hat. Der wohl größte Brocken ist, dass viele vom Spieler zu treffenden Entscheidungen im Spiel kaum oder keine Auswirkungen auf unsere Protagonistin haben, in weiten Strecken die Entwicklung von Jodie vorgeschrieben ist und manche Entscheidungen zum Zeitpunkt, zu dem sie getroffen werden, nicht nachvollziehbar oder verständlich sind.

Gerade letzteren Aspekt teilt sich "Beyond: Two Souls" mit Telltale-Spielen, in denen der Spieler bei Texteinblendungen nicht ganz erfassen kann, wie sie gemeint sind und beim Gegenüber ankommen sollen und man eine Entscheidung trifft, die dann genau Gegenteiliges auslöst. Weitere kleine Mankos sind die weiterhin munter die Lautstärke wechselnden Tonspuren und eine nicht immer ganz smarte Gegner-Intelligenz. Dennoch: Hier liegt uns die bisher beste Fassung von "Beyond: Two Souls" vor, die vor allem grafisch beeindruckend ist und das großartige Spiel noch ein Stück gewaltiger wirken lässt. (rfi)