"Bezahlte Strafen werden mit Gutschein ersetzt"

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Im Streit um den Einkaufsparkplatz in Floridsdorf dürfte es eine Lösung geben. Neue Schwellen sollen Schnellfahrer abhalten, dafür werden Strafen rückerstattet.
Wie berichtet, sorgte das partielle Fahrverbot auf dem Parkplatz zwischen Donaufelder Straße und Angyalfoldstraße bei Bezirkschef Georg Papai (SPÖ) für erheblichen Ärger.

Zur Erinnerung: Auf dem Grund der ehemaligen Floridsdorfer Schicht-Fabrik gibt es zwei Einkaufsbereiche, die entweder von der Donaufelder Straße oder von der Angyalfoldstraße befahren werden konnen. Ein Queren innerhalb des Parkplatzes ist verboten. Autofahrern, die hier dennoch den kurzen Weg von Shop zu Shop nahmen, trudelte eine Unterlassungserklärung ins Haus und wurden mit 239,82 Euro zur Kasse gebeten.

Bezirkschef kritisierte Abzocke

Das war Papai ein Dorn ist Auge, er sprach von Abzocke: "Die Durchfahrt ist zwar seit Jahren verboten, wurde aber erst seit Jahreswechsel vom Verwalter des Fachmarktzentrums rigoros geahndet. Dabei haben viele Autofahrer bloß die Beschilderung ubersehen", so der Bezirksvorsteher, der ankündigte, sich um eine Lösung bemühen zu wollen.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. In einem Schreiben an Papai stellte Valentin Krause, der Verwalter des Fachmarktzentrums seine Sicht der Dinge dar. Demnach diene das Fahrverbot dem Schutz der Kunden vor zu schnell fahrenden Autos, die die Durchfahrt nur zur Umfahrung einer Ampel nutzen wurden.

Grundstück-Eigentümer hatte keine Kenntnis

Der, im Grundbuch eingetragene Eigentümer der Grundstücke hielt hingegen fest, dass sie "in keinster Weise mit der Causa 'Videouberwachung und den darauffolgenden Maßnahmen gegen Autofahrer' in irgendwelchem Zusammenhang steht, dies weder veranlasst, bewilligt noch davon Kenntnis hatte."

Vergangene Woche kam es schließlich zu einem Treffen zwischen Bezirkschef Papai und dem Verwalter des Fachmarktzentrums, bei dem nun eine Lösung gefunden werden konnte.

Um diesen Parkplatz geht es: Die (roten) Abkürzungen sind verboten, die Kunden müssen die (grüne) längere Strecke über die Donaufelder Straße und die Angyalföldstraße nehmen.



(Quelle: Google Maps)

Schwellen gegen Raser, bezahlte Strafen werden ersetzt

Konkret sieht die erzielte Einigung zwei Maßnahmen vor: Um das schnelle Durchfahren des Gelandes zu vermeiden (gegen das sich auch der Bezirkschef ausspricht) sollen vom Verwalter des Fachmarktzentrums nun bald bauliche Maßnahmen, sogenannte "Stuttgarter Schwellen", errichtet werden.

Kunden, die bereits eine Strafzahlung wegen des verbotenen Durchfahrens (nicht aber wegen Falschparkens) geleistet haben, wird gegen Angabe des Namens und der Adresse sowie eines Scans des Einzahlungsbeleges der Strafe der bezahlte Betrag als Warengutschein ersetzt. Diesbezugliche Anfragen können per E-Mail an: kundenzufriedenheit@gmx.net gerichtet werden.

Papai freut sich über "fulminanten Verhandlungserfolg"

"Ich freue mich, hier nicht zuletzt durch gute und sachliche Diskussion mit Herrn Krause eine am Ende positive und auch in Zukunft tragfahige Losung fur alle Floridsdorferinnen und Floridsdorfer erreicht zu haben", erklärt Bezirksvorsteher Papai zu seinem Verhandlungserfolg. (lok)

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