"Billige" Fußfessel anstelle teurer Haft!

Noch in diesem Sommer könnte die elektronische Fußfessel in Österreich eingesetzt werden. Sowohl in der Untersuchungs- wie in der Strafhaft, so Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. Der ehemalige Präsident des Landesgerichtes Steyr, Georg Huber, geht einen Schritt weiter: Er plädiert für die Fessel anstelle der Haft!

Vor vier Jahren hatte Huber die Testphase der Elektronischen Fußfessel an der Justizanstalt Garten koordiniert. Auch wenn diese nach technischen Problemen vorzeitig beendet werden musste, sei sie ein Erfolg gewesen. Von den 20 Testpersonen ist nur einer, der allererste, rückfällig geworden, betont Huber. Wichtig seien strenge Auflagen und eine intensive Betreuung: Die Leute wollen ja draußen bleiben.
Der damalige Präsident des Steyrer Landesgerichtes denkt aber weiter: Vernünftig wäre, bei leichteren Straftaten die Fußfessel gleich anstelle einer Haftstrafe einzuführen! Sonst hat man die doppelten Kosten - zuerst für den Gefängnisplatz, dann für Fessel und Betreuung.
Für Huber denkbar wäre, diese Variante bei kurzen Freiheitsstrafen - bis zu einem Jahr - einzusetzen. Auch die Resozialisierung wäre wesentlich einfacher.
Laut Berechnungen des Justizministeriums könnten bis zu acht Prozent der Gefangenen an die Fußfessel gelegt werden. Die Kosten für einen Tag im Gefängnis belaufen sich aktuell auf 80 bis 100 Euro, jene für die Fußfessel liegen - je nach System - deutlich darunter.Gerald Winterleitner

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