"Blade Runner 2049": Ein episches Meisterwerk

Man zücke die Bestenlisten: "Blade Runner 2049" gehört in das Pantheon der Science-Fiction und ist einer der Filme des Jahres!
Ridley Scotts "Blade Runner" (1982) ist Kult: Basierend auf Philip K. Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen" schuf der Filmemacher einen visuell atemberaubenden Trip zu den Grundpfeilern der menschlichen Existenz, die dem Sci-Fi-Genre nicht nur ihren Stempel aufdrückte, sondern ein lebenslanges Branding verpasste. Vorfreude und Panik hielten sich daher wenig überraschend die Waage, als eine Fortsetzung des Klassikers angekündigt wurde. Ridley Scott beschränkte sich aufs Produzieren, der neue Science-Fiction-Guru Denis Villeneuve ("Arrival", demnächst "Dune") nahm auf dem Regiestuhl Platz. Das Ergebnis: Nichts Geringeres als ein Meisterwerk.

Stillschweigen über den Plot

Es fällt nicht schwer, Denis Villeneuves Wunsch an die internationale Presse zu entsprechen, ja nicht zu viele Plotdetails preiszugeben. Die Zuckerln, die vom schmalen roten Handlungsfaden baumeln, ziehen ohnehin alle Blicke auf sich.

Nur so viel sei verraten: Wie schon im Original ist die menschliche Gesellschaft in "Blade Runner 2049" auf dem Rücken künstlich erschaffener Sklaven (aka Replikanten) errichtet. Zeigen diese Ungehorsam, werden sie von sogenannten Blade Runnern eliminiert. K (Ryan Gosling) erfüllt den Job gewissenhaft, bis ihn eine Ermittlung mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert und auf die Spur von Rick Deckard (Harrison Ford) setzt.

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Visuelle Offenbarung

K ist kein strahlender Held, sondern ein "hardboiled detective" der Noir-Tradition, sein Wesen ein Spiegelbild des verpesteten Großstadtmolochs, der ihn hervorgebracht hat. Regenschauer, gigantische Werbereklamen und dunkle Gassen beherrschen das Erscheinungsbild von K's Los Angeles; San Diego wurde in den gigantischen Müllplatz der Megacity verwandelt; das zur verseuchten Ödnis verkommene Las Vegas bekommen wir schließlich auch noch zu sehen. Jedes Setting, praktisch jede einzelne Einstellung ist ein Meisterwerk für sich und schlichtweg atemberaubend. Eine würdige High-Definition-Nachfolge des optisch überwältigenden Originals.

Alt vs. neu

Die Zukunft von "Blade Runner 2049" ist düster. Vom technischen Fortschritt zeugen gigantische Raumschiffe am Himmel, fliegende Autos und wandlungsfähige Hologramm-Schönheiten. Der Dreck unter K's Fingernägeln ist trotzdem nicht wegzukriegen, genauso wenig wie flimmernde Bildschirme, knisternder Elektroschrott und ölverschmierte Maschinen. Dieser Mix aus Hightech und Old-Tech sieht nicht nur bedrohlich aus, er klingt auch so angsteinflößend wie ein Uralt-Modem in einem hochmodernen Technik-Labor.

Der Cast

Neben Ryan Gosling und Harrison Ford brillieren vor allem die weiblichen Nebendarstellerinnen Sylvia Hoeks und Ana de Armas. Aber auch der Rest der topkarätigen Besetzung wird den hohen Erwartungen gerecht: Robin Wright, Carla Juri und Mackenzie Davis hinterlassen einen ebenso bleibenden Eindruck wie Jared Leto und Dave Bautista. (Mehr über ihre Figuren zu verraten hieße bereits kleine Spoiler riskieren.) Bis in die winzigsten Rollen ist "Blade Runner 2049" grandios besetzt.

Der Film startet am 6. Oktober 2017 in den österreichischen Kinos.

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