Österreich

"Campus der Religionen" entsteht bis 2022

Heute Redaktion
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Weichen für "Campus der Religionen" in der Seestadt Aspern gestellt (v.l.n.r.: Pater Athanasius Buk, Oberrabbiner Arie Folger, Superintendent Matthias Geist,Präsident Ümit Vurgal, Bürgermeister Michael Ludwig, Kardinal Christoph Schönborn, Gursharan Sing Mangat, Bischofsvikar Dariusz Schutzki, Hirte Walter Hessler,Präsident Gerhard Weissgrab) (c) PID/Christian Jobst
Weichen für "Campus der Religionen" in der Seestadt Aspern gestellt (v.l.n.r.: Pater Athanasius Buk, Oberrabbiner Arie Folger, Superintendent Matthias Geist,Präsident Ümit Vurgal, Bürgermeister Michael Ludwig, Kardinal Christoph Schönborn, Gursharan Sing Mangat, Bischofsvikar Dariusz Schutzki, Hirte Walter Hessler,Präsident Gerhard Weissgrab) (c) PID/Christian Jobst
Bild: zVg

Es soll ein Ort des Friedens sein, an dem alle Religionen friedlich zusammen kommen. Bei einem Treffen mit Glaubensvertretern legte Stadtchef Michael Ludwig nun die weiteren Schritte fest.

Die Weichen für die Errichtung des Campus der Religionen in der Seestadt aspern sind nun gestellt. Nach einem Treffen mit Vertretern der römisch-katholischen Kirche, der evangelischen Kirche AB und HB, der griechisch-orientalischen Kirche, der israelitischen Religionsgemeinschaft, der islamischen Glaubensgemeinschaft, der österreichisch-buddhistischen Religionsgemeinschaft, der neuapostolischen Kirche in Österreich und der Religionsgemeinschaft der Sikh präsentierten Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Kardinal Christoph Schönborn nun die weiteren konkreten Schritte.

Bauliches Zeichen für gelebtes Miteinander

"Der Campus der Religionen liegt mir sehr am Herzen, weil er zeigt, dass wir in Wien Religionen zusammenführen können. Religionsgemeinschaften sind nach wie vor Gemeinschaften, die für viele Menschen sehr wichtig sind. Und es gibt Teile in der Welt, wo Religionen verwendet werden, um Konflikte auszutragen und sogar Kriege zu führen. In Wien werden wir hingegen einen Campus realisieren, der einen Austausch zwischen den Religionsgemeinschaften ermöglicht und der zeigen wird, dass Religionen über ihre Grenzen hinweg zusammen an einem Strang ziehen können", unterstrich Ludwig.

"Der Campus zeigt, dass in unserer Stadt das Miteinander der Religionen gelebt wird. Die Seestadt ist ein faszinierendes Projekt, das ein Modell des Zusammenlebens in einer Zeit der Gegensätze in der Gesellschaft und unter den Religionen sein kann. In Zeiten, wo Religion als Problem und nicht als positiver Faktor gelebt wird, ist es wichtig zu zeigen: Es gibt einen anderen Weg. Dabei ist das Bild des Campus in einer offenen Gesellschaft wichtig: Dieser ist keine Festung der Religionen, bei denen sich jede Religion gegen die anderen verschanzt. Vielmehr ist ein Campus ein offenes Feld, das darauf angelegt ist, mit der Zivilgesellschaft für das Wohl der Stadt und für das Wohl der Menschen da zu sein", erklärte Kardinal Schönborn.

Projekt mit großer Symbolkraft

Der "Campus der Religionen" verfügt über hohe Symbolkraft. Er soll ein erster großer Schritt sein, der Welt zu zeigen, was die Zusammenarbeit der Religionen an positiven Strömen für die Gesellschaft auslösen kann.

Der Bürgermeister dankte den Vertretern der Religionsgemeinschaften, die sich bereits dazu entschlossen haben, beim Campus der Religionen dabei zu sein und betonte, dass der Campus aber auch weiter für jene Religionsgemeinschaften offen stehe, die sich noch nicht zu einer Teilnahme entschließen konnten.

Begegnungs- und Bildungsstätte auf 10.000 Quadratmetern

Der Campus soll nicht nur interreligiöse Begegnungsstätte, sondern auch Ausbildungsstätte sein. So wird die Kirchliche Pädagogische Hochschule (KPH) ihren neuen Standort in Seestadt Aspern haben. Mit den Plänen zur Übersiedelung der KPH mit 3.500 Studenten von ihrem jetzigen Standort in Stammersdorf in die Seestadt, werde der Campus und die Seestadt zu einem wichtigen Ort der interreligiösen Bildungsarbeit, betonte Kardinal Schönborn.

Gemeinderat entscheidet über Grundstücksankauf

Insgesamt stellt die Stadt Wien eine Fläche von knapp 10.000 Quadratmetern zur Verfügung. Neben Sakralräumen wird auch ein rund 2.800 Quadratmeter großer gemeinsamer Bereich entstehen. Dazu kauft die Stadt das Grundstück vom jetzigen Eigentümer, der Wiener Wirtschaftsagentur an. Der für den Grundstücksankauf notwendige Akt wird dem Gemeinderat im März 2019 zur Beschlussfassung vorgelegt.

Danach folgen ein Architekturwettbewerb und das Baugenehmigungsverfahren. Der Spatenstich für den "Campus der Religionen" ist für 2020 geplant. Mit einer Fertigstellung des Campus der Religionen wird für 2022 gerechnet. (lok)

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