"Codename U.N.C.L.E.": Genialer Retro-Actioner

1964, zwei Jahre nach dem ersten 007-Film "Dr. No", startete "Solo für O.N.C.E.L." im Fernsehen. Die Serie hatte Charme und mit Robert Vaughn einen grandiosen Hauptdarsteller, blieb aber stets nur eine Schmalkostvariante der berühmten Bond-Streifen. Guy Ritchies aktuelle Kino-Adaption hat mit Schmalkost hingegen nichts am Hut: "Codename U.N.C.L.E." ist ein herrlicher Retro-Actioner, der bis zur letzten Sekunde blendend unterhält.

1964, zwei Jahre nach dem ersten 007-Film "Dr. No", startete "Solo für O.N.C.E.L." im Fernsehen. Die Serie hatte Charme und mit Robert Vaughn einen grandiosen Hauptdarsteller, blieb aber stets nur eine Schmalkostvariante der berühmten Bond-Streifen. Ganz im Gegensatz zur aktuellen Kino-Adaption: "Codename U.N.C.L.E." ist ein herrlicher Retro-Actioner, der bis zur letzten Sekunde blendend unterhält.

), der Tochter des Bombenbauers, sollen sie das Syndikat infiltrieren und unschädlich machen. Dass Solo und Kuryakin dabei ständig aneinander geraten, gefährdet die Mission beträchtlich...

Oldschool aber nicht altbacken

Regisseur und Drehbuchautor Guy Ritchie (der seit "Bube, Dame, König, Gras" aus dem Jahr 1998 nicht zu Unrecht Kultstatus genießt) hat bereits mit seinen beiden "Sherlock Holmes"-Filmen bewiesen, dass sich historische Settings und Kostüme durchaus mit den Stilmitteln des modernen Action-Kinos vertragen. Bei Holmes funktionierte der Mix schon recht gut, in "Codename U.N.C.L.E." ist er nahezu perfekt gelungen.

Auch hier entschied sich Ritchie, die Handlung nicht in die Gegenwart zu verfrachten - "Codename U.N.C.L.E." spielt daher in den frühen 1960ern, zur Blütezeit des Kalten Krieges. Agentenfilme aus jener und über jene Ära strotzen bekanntlich vor haarsträubenden Klischees, und auch diese fanden ihren Weg in den aktuellen Streifen. Als Paradebeispiele seien die beiden Protagonisten erwähnt: US-Boy Solo wird als kultivierter Gentleman und Womanizer, sein russischer Kollege Illya Kuryakin hingegen als roher Brutalo dargestellt.

Genial (und erfrischend anders) ist, wie Ritchie die altbekannten Formeln im einen Moment bedient, nur um im nächsten mit ihnen zu brechen. Plötzlich zanken sich Solo und Illya lebhaft über Damenmode (welcher Gürtel passt zum Kleid?), das russische Einbruchsequipment ist dem amerikanischen Jahre voraus, und Solo tritt seinem Boss in einer Kochschürze entgegen. Trotz des vorhersehbaren Plots entpuppt sich der Film somit als schwer berechenbar und äußert kurzweilig. Weitere Pluspunkte sammelt "Codename U.N.C.L.E." durch seine tolle Besetzung (neben sticht vor allem die schurkische Elizabeth Debicki aus dem hervorragenden Ensemble heraus), ein humorvolles Skript und grandios geschossene Verfolgungsjagden. Alles in allem: Eine absolute Empfehlung.

"Codename U.N.C.L.E." startet am 13. August in den österreichischen Kinos.

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