"Costa Crociere"-Chef wirft das Handtuch

Rund drei Monate nach der tragischen Havarie der "Costa Concordia" gibt es einen Wechsel an der Spitze der italienischen Unglücksreederei: Der 65-jährige Pier Luigi Foschi höre wie geplant zur Jahresmitte auf, erklärte der US-Mutterkonzern Carnival am Montag in Miami. Nachfolger als Lenker der Costa Group wird ein Deutscher: der bisherige AIDA-Chef Michael Thamm. AIDA gehört ebenfalls zum Weltmarktführer aus Miami.


Thamm tritt sein Amt mit 1. Juli an. Dazu wird er von Hamburg nach Genua wechseln. Er hatte im Jahr 2004 die Führung von AIDA übernommen; in den Folgejahren boomten Kreuzfahrten. Das Unglück der "Costa Concordia" im Jänner versetzte der Branche jedoch einen Schlag. 30 Menschen starben, zwei werden noch vermisst. Die Buchungen brachen nach Angaben von Carnival ein. Besonders hart traf es die Reederei Costa - zumal mit der "Costa Allegra" kurz darauf ein weiteres Schiff der Italiener in Not geriet.

Foschi bleibt im Verwaltungsrat

Der bisherige Costa-Chef Foschi wird sich allerdings nicht ganz zurückziehen. Er behält seinen Sitz im Verwaltungsrat von Carnival und wird sich auch weiterhin mit um die Aufarbeitung des Unglücks kümmern. Am 13. Jänner war die "Costa Concordia" vermutlich wegen eines Fehlers des Kapitäns vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gelaufen. An Bord waren mehr als 4.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Bis zum Frühjahr 2013 soll das Wrack von einer Spezialfirma gehoben und weggeschleppt werden.

Weltmarktführer Carnival

Der US-Kreuzfahrtkonzern Carnival beherrscht mit seiner 101 Schiffe starken Flotte die Hälfte des Weltmarkts. Auch die britische Cunard Line mit ihrem Flaggschiff "Queen Mary 2" gehört zu dem Multi. Die deutsche Tochtergesellschaft AIDA besitzt acht Schiffe. Bei den Hamburgern übernimmt der langjährige Manager Michael Ungerer das Ruder.

APA/red.
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