"Death Note": Regisseur verteidigt Besetzung

Das US-Remake des Kult-Mangas "Death Note" startet morgen bei Netflix. "Heute" hat den Regisseur in London getroffen. Das große Thema: Whitewashing.

Was würden Sie tun, wenn Sie die Macht hätten, über Leben und Tod zu entscheiden? Genau diese Frage muss sich der High School Schüler Light Turner (Nat Wolff) im Anime-Manga-Remake "Death Note" stellen, als ihm durch Zufall ein mysteriöses Notizbuch in die Hände fällt.

Schon bald stellt er fest, dass das kleine, unscheinbare Buch ihm unvorstellbare, dunkle Fähigkeit verleiht: Alle Personen, dessen Namen in diesem Notizbuch notiert werden, müssen sterben. Überwältigt und gesteuert von seiner neuen, gottgleichen Macht (gespielt von Willem Dafoe) beginnt der junge Mann Menschen zu töten, die in seinen Augen den Tod verdient haben. "Death Note" startet am 25. August bei Netflix.

"Death Note"-Regisseur im "Heute"-Talk: "Heute" haus aus diesem Anlass den Filmemacher Adam Wingard in London getroffen. Wir wollten herausfinden, warum nicht - wie auch im Original - ein asiatischer Schauspieler die Hauptrolle spielt.

"Heute": In welches Genre würdest du "Death Note"

einreihen?

Wingard: Wir wollen alle Genres bedienen. Ich habe mich bereits mit einigen Leuten darüber unterhalten. In "Death Note" steckt von jedem Genre etwas drinnen - angefangen von Horror, über Comedy bis hin zu Action. Es gibt sogar einen Musical-Part. Ich habe ja schon davor mit Horrorfilmen zu tun gehabt.

"Heute": Warum spielt US-Schauspieler Nathan Wolff die Hauptrolle?

Wingard: Die Figur in "Death Note" ist anders, als die im Original. Wenn du einen Film in einem anderen Land drehst, ändern sich eben nicht nur die Nationaliäten, sondern auch die Darsteller. Wir haben diejenigen gecastet, die zu der Rolle passen. Und das war bei Nathan der Fall.

"Heute": Kritiker werfen dir „Whitewashing" (= Rollen die fälschlicherweise von Weißen gespielt werden) vor. Wie gehst du damit um?

Wingard: Viele Leute glauben, dass "Death Note" einfach ein Reboot der Manga-Serie ist. Im Gegensatz zu Filmen wie "Ghost in the Shell" versucht "Death Note" eine andere Geschichte zu erzählen. Whitewashing ist ein irreführender Begriff - es geht nicht darum, dass Asiaten von Weißen ersetzt werden.

"Heute": Inwiefern unterscheidet sich das Original vom Film?

Der Zugang zu der Geschichte ist eine Andere und die Figuren sind anders. Außer Dämon Ryuk, gespielt von Willem Dafoe, ist der Original-Figur sehr ähnlich. Das war auch so geplant. Ansonsten gibt es nur einzelne Szenen oder Momente, die der Serie ähnelt. Vielleicht wird es ja auch noch ein Sequel geben. Unsere Geschichte spielt in "Seattle" - allein da ist schon zu sehen, dass wir die Story nicht einfach kopieren.

"Heute": Im Film entscheidet der Protagonist, wer leben darf und wer sterben muss. Wie stehst du dazu?

Wingard: In der Serie steht eher der Protagonist, der beinahe daran zerbricht, die Menschen zu töten, im Mittelpunkt. Im Film dagegen, geht es eher wie bei "Final Destination" zu (der Tod ist vorherbestimmt).

Adam Wingard hat bereits bei einigen Horror-Filmen Regie geführt, unter anderem "Blair Witch" (2016), "You're Next" (2011) und "The Guest" (2014).

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