"Die Entführung aus dem Serail" live miterleben

Sie steht im Programm der Salzburger Festspiele nur als Randnotiz, nicht aber als richtige Opernaufführung. Und doch dürfte sie eine der aufwendigsten und größten Produktionen dieses Festspielsommers sein: Die "Entführung aus dem Serail" von Mozart soll in der Zusammenarbeit der Salzburger Festspiele mit Servus TV von Red Bull nicht Menschen im Saal begeistern, sondern vor die Bildschirme entführen

Sie steht im Programm der Salzburger Festspiele nur als Randnotiz, nicht aber als richtige Opernaufführung. Und doch dürfte sie eine der aufwendigsten und größten Produktionen dieses Festspielsommers sein: Die "Entführung aus dem Serail" von Mozart soll in der Zusammenarbeit der Salzburger Festspiele mit Servus TV von Red Bull nicht Menschen im Saal begeistern, sondern vor die Bildschirme entführen.

Dieser Festspiel-Mozart spielt im Hangar 7 und Hangar 8 von Dietrich Mateschitz. Aber als Ganzes gesehen werden kann diese Oper diesmal nur im Fernsehen. Premiere und Liveübertragung sind am 26. August um 20.15 Uhr. Festspiel-Intendant Alexander Pereira hat 2008 mit seiner Zürcher Oper ausprobiert, was jetzt auch in Salzburg umgesetzt werden wird: Oper nur fürs Fernsehen: "Unsere 'Traviata' hat damals am Hauptbahnhof gespielt und in der Umsetzung für das Schweizer Fernsehen eine Quote von 34 Prozent erreicht", sagte Pereira.

"Da sind Momente etwa der Einsamkeit entstanden, die so auf einer Opernbühne gar nicht transportierbar sind. Oper, bei der nicht nur das Geschehen auf einer Bühne abgefilmt wird, sondern die eigens für das TV produziert wird, das ist die Zukunft dieses Genres", so der Intendant, der für 2014 - seinem dritten und letzten Jahr in Salzburg - ein "ähnliches und zugleich anderes" Projekt mit dem "Don Giovanni" angekündigt hat.

Erst im Fernsehen läuft alles zusammen  

Bei der Salzburger "Entführung" spielt die Camerata unter Hans Graf im Hangar 8. Der Klang des Orchesters sowie die Gesten des Dirigenten werden in den Hangar 7 übertragen. Dort singen und sprechen etwa Diana Damrau als Konstanze, Javier Camarena als Belmonte, Tobias Moretti als Bassa Selim oder Kurt Rydl als Osmin auf der Tragfläche eines Flugzeugs, in einem Rennwagen oder irgendwo anders in diesem riesigen Raum.

Die Oper spielt dezentral, es gibt keinen Ort, von dem aus das gesamte Geschehen überblickt werden könnte. Erst im Fernsehen fügen sich die Teile zusammen. 200 Leute der Crew sollen mit 20 Kameras, satellitengestützten Übertragungswegen, Kopfhörern, Monitoren und 100 Funkstrecken für Synchronität sorgen. Zusätzlich leiten Subdirigenten die Einsätze an die Sänger weiter, die das Orchester direkt weder sehen noch hören können. TV-Regisseur Felix Breisach bezeichnete diese Fernseharbeit als extrem kompliziertes "Sudoku für Fortgeschrittene". Die Gesamtkosten dieses Spektakels mit Mozart betragen rund eine Mio. Euro, die Festspiele sind für das künstlerische Know-how zuständig.

Auch am Wiener Rathausplatz

Alle 650 Karten sind von Red Bull für die Premiere im Hangar 7 und Hangar 8 bereits verkauft, obwohl die Fäden der Oper nur im Fernsehen zusammenlaufen. Direkt vor Ort kann das Publikum mit Kopfhörern herumspazieren, erlebt optisch aber nur einzelne Ausschnitte der Oper, von der heuer noch eine DVD herausgebracht werden soll. Übertragen wird diese "Entführung auf den Bildschirm" nicht nur in Servus TV, sondern in 30 Länder, im Internet sowie auf Großleinwände am Salzburger Kapitelplatz, am Wiener Rathausplatz und in Räume der Linzer Ars Electronica.

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