"Die Tribute von Panem 2": Auf zur Revolte!

Nach "Die Tribute von Panem: The Hunger Games" kommt nun mit "Catching Fire" der zweite Teil von Suzanne Collins' Romantrilogie in die Kinos. Jennifer Lawrence - inzwischen für "Silver Linings" mit einem Oscar ausgezeichnet - schlüpft erneut in die Rolle der Katniss Everdeen. Frisch der tödlichen Arena entkommen, soll das Mädchen gute Miene zum bösen Spiel machen und als Gallionsfigur des Regimes eine Rebellion verhindern. Stattdessen wird sie zum Symbol des Widerstands.

Nach "Die Tribute von Panem: The Hunger Games" kommt nun mit "Catching Fire" der zweite Teil von Suzanne Collins' Romantrilogie in die Kinos. - inzwischen für "Silver Linings" mit einem Oscar ausgezeichnet - schlüpft erneut in die Rolle der Katniss Everdeen. Eben erst der tödlichen Arena entkommen, soll das Mädchen gute Miene zum bösen Spiel machen und als Gallionsfigur des Regimes eine Rebellion verhindern. Stattdessen wird sie zum Symbol des Widerstands.

Erinnern wir uns an Teil eins zurück: Katniss Everdeen wächst im zwölften Distrikt von Panem auf - jener Diktatur, die in ferner Zukunft die Stelle der Vereinigten Staaten eingenommen hat. Jährlich veranstaltet das Regime eine Art Gladiatoren-Kampf, für den jeder Distrikt zwei Kinder oder Jugendliche - einen Jungen und ein Mädchen - stellen muss. Diese sogenannten Tributes werden per Los ausgewählt, ins Kapitol verfrachtet und anschließend in einer videoüberwachten Freiluft-Arena aufeinander losgelassen. Die Hunger Games dauern so lange, bis nur noch ein Tribut am Leben ist. Katniss meldet sich freiwillig für die 74. Spiele, als der Name ihrer Schwester gezogen wird. Durch eine List schaffen sie und Mitstreiter Peeta es, zu zweit als Sieger aus der Arena zurückzukehren.

Die Rebellion beginnt

) verlangt von den beiden, alles dafür zu tun, um die Rebellion im Keim zu ersticken. Er droht Katniss mit der Ermordung ihrer Familie und ihres Freundes Gale (Liam Hemsworth). Doch bereits in Distrikt elf halten sich die beiden ehemaligen Tributes nicht an das vorgegebene Skript - und gelten weiterhin Symbol für den Widerstand.

Der Präsident ist äußerst unzufrieden mit Katniss, weiß jedoch, dass er sie nicht einfach exekutieren oder verschwinden lassen kann. Gemeinsam mit Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman), dem neuen Spielleiter der Hunger Games, schmiedet er Pläne, das Mädchen in den Augen des Volkes zu verunglimpfen. Es ist Plutarch, der schließlich einen überaus drastischen Kurs vorschlägt: Zum 75. Jubiläum der Spiele, sollen die Tribute aus den Siegern der Vorjahre gewählt werden. In Distrikt zwölf gibt es außer Katniss und Peeta nur einen ehemaligen Gewinner - den meist betrunkenen Haymitch (). Da stets ein männlicher und ein weiblicher Tribut ausgewählt werden, steht Katniss' Schicksal bereits fest: Sie muss zurück in die Arena und erneut um ihr Leben kämpfen. Und diesmal sind ihre Gegner nicht verschreckte Kinder und unerfahrene Jugendliche, sondern erprobte Killermaschinen…

Prächtig ergänzt

Eine Literaturverfilmung gilt als gelungen, wenn sie zwei Kriterien erfüllt. Erstens, sie funktioniert als eigenständiger Film, ist also für Zuseher ohne Kenntnis der Vorlage sehenswert. Zweitens, sie wird dieser Vorlage dennoch gerecht, ist quasi eine Übersetzung des Romans, Theaterstücks, etc auf die Kinoleinwand. Punktgenaue "Übersetzungen" gibt es freilich nicht; selbst wenn es möglich wäre, ein mehrere hundert Seiten langes Buch wortgetreu auf Spielfilmlänge zu komprimieren, müsste man den strukturellen Konventionen des Film Biz Tribut zollen. Eine gute "Übersetzung" ist demnach nicht punktgenau, sondern spart lediglich an den richtigen Stellen ein - oder ergänzt zum passenden Zeitpunkt.

Eine der (vielen) großen Stärken von Suzanne Collins' "The Hunger Games" ist die packende Erzählstimme, die, im Präsens gehalten - ja mehr noch, vom Präsens vorangepeitscht - von der ersten Zeile bis zur letzten an der Hauptfigur des Romans klebt. Es war vorherzusehen, dass dieser Effekt, dieser ungeheure Identifikationsfaktor und Spannungsgenerator, in der Filmadaption bedeutend abnehmen würde. Die Kamera kann Katniss niemals so nahe sein Collins' Erzählstimme. Zweifellos ein Verlust, doch Regisseur Gary Ross nahm die aufgezwungene Distanz nicht nur in Kauf, sondern verwendete sie zu seinem Nutzen: Er zeigte, was im Buch nicht gezeigt werden konnte - wie etwa die TV-Berichterstattung während der Spiele und den Beginn der Aufstände in Distrikt elf.

Neue Regie, bewährtes Konzept

Für "Catching Fire" nahm mit Francis Lawrence ein anderer Regisseur hinter der Kamera Platz, führte Ross' Konzept jedoch fort. In Teil zwei funktioniert der Perspektivenwechsel sogar noch besser, unter anderem wohl, weil die Buchvorlage im Vergleich zum ihrem Vorgänger an Intensität einbüßt. Der Grund dafür liegt in der Handlung, die sich langsam vom fesselnden individuellen Überlebenskampf zum volksbewegenden Staatsputsch verlagert. Dazu passend sehen wir in "Catching Fire" mehr von Präsident Snow, als in Collins' Roman zu lesen ist, beobachten ihn bei diabolischen Zusammentreffen mit Plutarch oder im Gespräch mit seiner Enkelin.

Natürlich werden Fans der Bücher einige Szenen im Film vermissen, dürfen mit der jüngsten Panem-Adaption aber mehr als zufrieden sein. Neben der guten Umsetzung überzeugt der Film auch mit seinem Cast, insbesondere durch Philip Seymour Hoffman als Plutarch Heavensbee und Sam Claflin als Finnick Odair. Selbst wirkt in seinem Cameo-Auftritt nicht mehr ganz so deplatziert wie in Teil eins.

"Die Tribute von Panem: Catching Fire" startet am 20. November in den österreichischen Kinos.

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