"Er beschäftigt sich öfter mit der Katze als mit mir!"

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Ulrikes Partner geht seinen Interessen nach, während sie sich nach der Arbeit auch noch um den Haushalt kümmern muss. Auch Sex gibt es keinen. Was tun?
Frage von Ulrike (28) an Doktor Sex: Mein Partner sitzt ständig am PC. Mich nimmt er kaum noch wahr. Was ich (28) auch mache, er interessiert sich nicht dafür. Dass er mich liebt, sagt er gelegentlich. Aber zeigen tut er es nicht. Dass ich wegen meines Berufs nur wenig zu Hause bin, fällt ihm nur auf, wenn keine Wäsche mehr im Schrank liegt oder in der Wohnung Chaos herrscht. Ihm käme es aber nicht in den Sinn, etwas im Haushalt zu tun.

Intimitäten gibt es keine. In sechs Monaten Beziehung schafften wir es gerade auf dreimal Sex. Oft liege ich stundenlang wach, schwankend zwischen Wut und Trauer. Schon mehrmals habe ich das Gespräch gesucht. Er scheint überglücklich zu sein, dass ich da bin, aber ich fühle mich nur noch wie ein Gespenst, das putzt und wäscht. Mittlerweile ertappe ich mich dabei, wie ich nach der Arbeit trödle, um nicht wieder nur ignoriert zu werden, bis ich zu Bett gehe.

Ich fühle mich ungeliebt und total unattraktiv. Ich habe alles probiert, was einer Frau so einfallen kann. Aber statt über mich herzufallen, hält er mir vor, dass ich mit einem Minirock und einem Schal um den Hals aussähe wie die Stewardessen einer Billigfluglinie. Sogar mit meiner Katze beschäftigt er sich mehr als mit mir! Ich bin sehr verzweifelt und könnte nur noch heulen, weil er mir so fehlt. Ich weiß nicht mehr weiter. Was soll ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Ulrike

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Eine herausfordernde Situation, in der du dich da befindest – und eine, an der du wohl nicht ganz unschuldig bist. Denn egal, was dein Partner tut: Mit deiner Zurückhaltung trägst du entschieden mit dazu bei, dass er dich und deine Bedürfnisse derart ignorieren kann. Wichtig scheint mir daher, bei dir und deiner Streit- und Kommunikationskultur anzusetzen.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Tatsache, dass ihr euer Zusammenleben derart krass unterschiedlich wahrnehmt, hat sicher auch damit zu tun, dass dein Freund nicht sehr achtsam oder gar ein bisschen "autistisch" ist. Ganz bestimmt aber ist er nicht ein Vollpfosten, der nur sein Ego pflegt. Für den anderen Teil musst also du die Verantwortung übernehmen.

Wer einen anderen Menschen in seinem Alltagsmodus – also letztlich der Auseinandersetzung mit sich selbst – erreichen will, tut gut daran, seine Strategie bewusst zu wählen. Andernfalls wird die Aktion niemals die Bewusstseinsschwelle erreichen und einfach im allgemeinen Rauschen des Alltags untergehen.

Nutze daher deine Kreativität und wähle ein Vorgehen, dem sich dein Freund mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht entziehen kann, weil es ihn in einem Maß verstört, das ihn aus seiner Komfortzone herausholt. Was dies genau sein kann, überlasse ich dir, denn du kennst deinen Partner am besten.

Und wenn er dann im Alarmmodus ist, platzierst du deine Botschaft – und zwar in einer bisher nie dagewesenen und unmissverständlichen Art. Das Schlimmste, was du tun kannst, ist, irgendwelche bereits unzählige Male verwendete Floskeln zu bringen, denn darauf hat er ja bisher auch nicht reagiert. Toi toi toi und: Trau dich!

Ihre Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

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