"Er kriegt einen Blowjob und ich gehe leer aus!"

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Regula ist mit dem zweiten Kind schwanger. Während sie noch Lust hat auf Nähe und Sex, zieht er sich mehr und mehr zurück und blockt ab. Was tun?
Frage von Regula (34) an Doktor Sex: Ich kenne meinen Mann seit drei Jahren, zwei davon sind wir verheiratet. Unser Sohn hatte im Sommer seinen ersten Geburtstag und im Februar kommt das zweite Kind zur Welt. Schon vor der ersten Schwangerschaft war Zärtlichkeit ein ständiges Streitthema. Ich finde meinen Mann sehr sexy und sage ihm das auch. Wie es umgekehrt ist, weiß ich nicht, denn er weist mich oft zurück, wenn ich mir wünsche, dass wir uns gegenseitig streicheln, massieren und einander spüren. Aktuell schiebt er die Schwangerschaft vor: Er bekomme sonst Lust auf Sex und das wollen wir im Moment beide nicht.

Es war aber vorher nicht anders. Von zehn Versuchen, ihn zu Sex zu verführen, wurden neun abgeblockt. Der zehnte endete mit einem Blowjob für ihn, ich ging leer aus. Kuschelte ich mich dann an ihn, bekam ich Dinge zu hören wie: "Du hast doch jetzt bekommen was du wolltest." Ich frage mich, ob er weder Sex noch Zweisamkeit braucht? Mich kränkt, wie er mit mir umgeht, und ich weiß nicht mehr wie weiter. Ich kann meine Batterien nirgends aufladen. Nun habe ich damit begonnen, mich von ihm abzuwenden, weil ich am Schluss doch nicht bekomme, was ich brauche. Ich baue eine Schutzmauer um mich, damit ich nicht vollends zugrunde gehe. Was soll ich tun, damit sich etwas ändert?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Regula

Schön, dass du trotz aller Widerwärtigkeiten nicht aufgegeben hast und weiterhin nach Lösungen suchst. Wichtig scheint mir, dass du in dieser herausfordernden Zeit den Blick für die Ressourcen nicht verlierst – für das also, was in eurer Beziehung gut läuft und von dem ihr lebt. Und davon muss es eine Menge geben, denn sonst hättet ihr kaum nach so kurzer Zeit geheiratet und zwei Kinder gezeugt!

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Ich höre immer wieder von Paaren, dass sich bereits bestehende Unstimmigkeiten in einer Schwangerschaft verstärken oder sogar eskalieren. Auch in eurer Beziehung scheint dies der Fall zu sein. Die Frage ist, ob ihr es als Chance sehen könnt, dass es nun keine Ausflüchte mehr gibt und die Themen auf den Tisch kommen, die ihr – aus welchen Gründen auch immer – unter den Teppich gekehrt habt.

CommentCreated with Sketch.19 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Gelingt es dir respektive euch gemeinsam, diese Haltung einzunehmen, und schafft ihr es gleichzeitig, euch die notwendige Unterstützung zu holen, dann wird sich das lohnen: Ihr werdet das, was euch heute als unüberwindbare Hürde erscheint, in nicht allzu ferner Zeit als Auslöser für eine zwar tiefgreifende, letztlich aber wertvolle Veränderung in eurer Partnerschaft sehen.

Nun gilt es aber erst einmal, Bewegung in die akute Krise zu bringen! Du bist schwanger – diesem Umstand und deinem Wohlergehen gilt es alles unterzuordnen. Denn wenn es dir nicht gut geht, hat dies auch Folgen für euer Kind. Wichtig ist deshalb, dass du deinem Mann klipp und klar sagst, wie du dich fühlst, was du brauchst und dass du bis zur Geburt auf seine Unterstützung zählst. Ist das Kind dann auf der Welt, holt ihr euch am besten in einer Paarberatung fachliche Begleitung, um an eurer Kommunikation und eurem Umgang mit Sexualität zu arbeiten.

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