"Er ließ etwas fallen, das wie eine Pistole aussah"

Barcelonas weltberühmte Straße Las Ramblas ist voller Menschen, als am Donnerstag der Terror zuschlägt. Augenzeugen berichten.

Ein Lieferwagen rast in Barcelona am Nachmittag ins Gedränge, tötet mindestens 13 Menschen und verletzt über hundert. Panik macht sich breit, unter Touristen wie Einheimischen. Menschen schreien und weinen, rennen um ihr Leben.

Xavi Perez verkauft Sportmagazine hundert Meter vom Anschlagsort entfernt. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er nach dem Anschlag, er sei hinaus gerannt und habe Menschen auf dem Boden liegen sehen. "Menschen scharrten sich um sie, Menschen weinten, es gab viele Ausländer."

"Ich hörte einen krachenden Lärm, und dann begannen alle zu rennen, sie schrien", sagte der schottische Menschenrechtsanwalt Aamer Anwar dem Sender Sky News. Die Flaniermeile sei voller Touristen gewesen. "Ich sah eine Frau direkt neben mir, die nach ihren Kindern schrie."

Polizei schnell vor Ort

Die Polizei war Anwar zufolge ääußerst schnell vor Ort. Ein Polizeifahrzeug nach dem anderen sei eingetroffen – als seien die Beamten darauf vorbereitet gewesen, dass so etwas passieren würde.

Ein anderer Augenzeuge, der seinen Namen mit Sergio angab, sagte AFP nach dem Anschlag, er habe einen Mann die Ramblas herunter rennen sehen, gefolgt von der Polizei. "Er ließ einen schwarzen Metallgegenstand fallen, es sah aus wie eine Pistole oder ein Taser."

Ein weiterer Mann sagte dem spanischen Fernsehsender TVE, er habe den mutmaßlichen Täter gesehen, als der Lieferwagen zum Halten kam – ein Mittzwanziger "mit braunen Haaren und einem schmalen Gesicht".

Die niederländische Touristin Lily Sution sagte AFP, sie habe vier oder fünf Menschen am Boden liegen sehen. "Leute versuchten, sie wiederzubeleben, es gab viel Blut."

Touristen flüchten in Kirche

Der Tourist Ethan Spibey schilderte dem Sender Sky, wie er sich mit anderen Menschen in einer nahe gelegenen Kirche verschanzte. Viele Menschen seien in Panik davongerannt und hätten sich offenbar in Geschäfte und Cafés geflüchtet.

Touristin Susan McLean beobachtete den "Horror" aus etwa hundert Metern Entfernung. "Plötzlich rannte eine Menschenmenge auf uns zu – hysterisch, hysterische Kinder", sagte sie Sky. Zunächst habe es geheißen, jemand sei erschossen worden. Dann sei es etwas ruhiger geworden, anschließend sei die zweite Menschenmenge losgerannt. Sie selbst habe nur daran gedacht, sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen.

"Das erinnerhalb mich an London"

Der in unmittelbarer Nähe des Tatorts wohnende Tom Gueller sagte im BBC-Radio, er habe Geschrei und eine Art Aufprall gehört. Dann habe er gesehen, wie die Menschen auseinanderstoben und wie der Lieferwagen in der Mitte der Ramblas-Promenade ungebremst in die Menge raste. Für ihn sei sofort klar gewesen, dass es sich um einen "Terroranschlag oder etwas ähnliches" handelte.

Steve Garrett befand sich auf einem nahegelegenen Markt und flüchtete sich mit anderen in eine Bäckerei. "Weil ich aus England komme, erinnert mich das ziemlich an das, was in London passiert ist", sagte er mit Blick auf ähnliche Anschläge in der britischen Hauptstadt in den vergangenen Monaten. (chk/sda)

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