"Falscher" Bischof auf Kardinalsversammlung

Bild: Vincenzo Pinto (AFP)

Ein als Bischof verkleideter Mann hat sich am Montag unter die Kardinäle gemischt, die sich vor Beginn der Glaubenskongregationen im Vatikan vor dem Audienzsaal Paul VI. versammelt hatten.

Ein als Bischof verkleideter Mann hat sich am Montag unter die 100 Kardinäle gemischt, die sich vor Beginn der Glaubenskongregationen im Vatikan vor dem Audienzsaal Paul VI. versammelt hatten. Doch der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt. Sein Name ist Ralph Napierski und ist in Kirchenkreisen als Hochstapler bekannt.

Der falsche Bischof nannte sich "Basilius" und meinte, dass er von der "Italian Orthodox Church" sei. Der Mann trug ein Kreuz, das sich von dem der anderen Kardinäle unterschied, einen lila Schal und ein zu kurzes Bischofsgewand, berichteten italienische Medien (siehe Bild oben).

Doch genau daran konnten die Sicherheitskräfte erkennen, dass es sich nicht um einen Geistlichen handelte. Vor laufenden TV-Kameras wurde der falsche Bischof, der eigentlich Ralph Napierski heißt, von den Sicherheitskräften aus dem Vatikan ausgewiesen.

Alt bekanntes Gesicht

Doch dieser Rauswurf schien nicht der erste für Ralph gewesen zu sein. Immer wieder fiel er negativ auf. Die deutsche Bischofskonferenz veröffentlichte schon im Jahr 2010 ein Rundschreiben, indem sie vor ihm warnte:

Die Deutsche Bischofskonferenz warnt vor Ralph Napierski. Unter dem Namen „Bischof Ralph Napierski“ versucht dieser, für bestimmte von ihm kreierte Projekte oder Einrichtungen das Interesse katholischer Kreise zu gewinnen. Hierbei erweckt er den falschen Eindruck, römisch-katholischer Bischof zu sein und die Unterstützung der Deutschen Bischofskonferenz zu haben. Es wird empfohlen, auf die schriftlichen und telefonischen Versuche von Ralph Napierski nicht zu reagieren.

Erst 142 von 207 Kardinälen sind in Rom

Danach haben die von Papst Benedikt XVI. begonnen. Beim ersten Treffen vor dem Konklave waren am Montag 142 von insgesamt 207 Kardinälen anwesend, 103 von ihnen sind unter 80 Jahre alt und damit wahlberechtigt, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. In Rom sollen in den nächsten Tagen die weiteren 12 Papst-Wähler eintreffen.

Benedikt wird Grußbotschaft gesendet

Die Gespräche der Kardinäle bei der ersten Generalkongregation fanden hinter verschlossenen Türen in der Synodenaula statt und wurden von Kardinaldekan Angelo Sodano geleitet. "Das Klima des Treffens war konstruktiv und vielversprechend", berichtete Lombardi.

Die Versammlung hat sich auf eine Botschaft der "Zuneigung und Dankbarkeit" für den emeritierten Papst Benedikt XVI. geeinigt. Sodano brachte den Vorschlag für die Grußbotschaft ein. Der Vorschlag sei einstimmig angenommen worden. Die erste Kongregation sei in einer "ruhigen und konstruktiven Atmosphäre" verlaufen, sagte Lombardi.

Bei den Generalkongregationen müssen alle anfallenden Amtsgeschäfte der Kirche behandelt werden. An diesem "Vorkonklave" beteiligen sich auch Dolmetscher aus dem Staatssekretariat, die zu Verschwiegenheit verpflichtet sind. Wie viele solche Treffen es bis zum Beginn des Konklaves geben wird, ist offen. Die Kardinäle mussten unter anderem schwören, dass sie "alles streng geheim halten werden, was sich in irgendeiner Weise auf die Wahl des Papsts bezieht".

Gibt es bereits Papst-Absprachen?

Der Erzbischof von New York, Timothy Dolan, zeigte sich überzeugt, dass es zu einer raschen Wahl eines neuen Papstes kommen wird. "Diese Woche wird sehr wichtig sein. Ich will mit all meinen Brüdern sprechen und sie besser kennenlernen. Viele kenne ich nur von den Büchern, die sie geschrieben haben", sagte Dolan im Interview mit "Corriere della Sera". Der 63-jährige Kardinal zählt zu den .

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