"Geigen-König" zu sechs Jahren Haft verurteilt

Der ehemalige Geigenhändler Dietmar M. wurde am Wiener Landesgericht wegen schweren Betrugs und betrügerischer Krida zu sechs Jahren Haft verurteilt.


"Ich bin gescheitert, auch im persönlichen Leben und habe meine geliebte Frau verloren", so der Angeklagte in seinem emotionalen Schlusswort im Stradivari-Prozess. Der einstmals renommierte Professor und Geigenhändler hatte sich wegen Veruntreuung, schweren Betrugs und betrügerischer Krida zu verantworten und am Vortag seinen 63. Geburtstag hinter Gittern begangen.

Dem gebürtigen Deutschen, der auf die Vermittlung kostbarer, historischer Streichinstrumente spezialisiert war, wurde angekreidet, seine Geschäfte ohne die notwendigen Eigenmittel getätigt zu haben: 2010 schlitterten er und seine Gesellschaften in die Pleite. Von Außenständen jenseits der 150 Mio. Euro-Grenze war die Rede. Allein ein Privatbeteiligtenvertreter fordert nun vor Gericht 80 Millionen Euro ein.

Zudem soll M. Bestandteile seines Privatvermögens, darunter eine Kamera- und Uhrensammlung sowie zwei Geigen, beiseitegeschafft und damit die Interessen seiner Gläubiger geschmälert haben. Deshalb waren auch seine Ex-Frau und deren Mutter angeklagt, die auf nicht schuldig plädierten. Weiters soll der 63-Jährige Streichinstrumente, die ihm in Kommission zum Verkauf anvertraut worden waren, unterschlagen oder zur Besicherung neuer Kredite verwendet haben.

APA/red
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