"Geschlechtsverkehr erregt meine Frau nicht!"

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Nach einer Trennung sind Achim und seine Frau wieder zusammen. Der Sex ist seither super. Aber mit dem vaginalen Orgasmus klappt es immer noch nicht.
Frage von Achim (45) an Doktor Sex: Meine Frau und ich waren 20 Jahre verheiratet, als ich mich vor einem halben Jahr von ihr trennte, weil ich das Gefühl hatte, dass alles in meinem Leben den Bach runtergeht. Seit einem Monat sind wir nun aber wieder zusammen. Ich erzählte ihr, dass ich während der Trennung mit einer anderen Frau chattete und mit ihr auch intime Bilder austauschte. Am selben Abend hatten wir Sex. Dabei ging sie total ab und hatte einen unglaublichen Orgasmus. Später gestand sie mir, dass sie ein ähnliches Erlebnis mit einem Mann hatte. Vorher konnten wir Themen, welche Sex betrafen, kaum ansprechen. Jetzt kommunizieren wir offen darüber.

Nun sagte sie mir, dass sie durch die Penetration des Penis nicht erregt wird und auch nicht annähernd so viel spürt, wie bei der Stimulation der Klitoris. Auch die Stimulation der G-Zone beschert ihr nicht die Lustgefühle, die in so manchen Abhandlungen beschrieben werden. Sie wünscht sich aber, dieses Gefühl auch in der Vagina zu haben. Daher meine Fragen: Was kann ich tun, um ihr den Wunsch zu erfüllen? Gibt es Stellungen oder Techniken, bei denen die Scheide besonders stimuliert wird – oder müssen wir uns einfach darauf einstellen, dass dies bei ihr nicht möglich ist – was sehr schade wäre? Es wäre toll, wenn Du uns helfen könntest.

Antwort von Doktor Sex

Lieber Achim

Ob der G-Punkt existiert, ist umstritten. 2008 wollte der Wissenschaftler Emmanuele Jannini den Beweis für die Existenz des G-Punkts erbracht haben. Laut seinen Untersuchungen haben Frauen, die vaginale Orgasmen erleben können, eine verdickte Stelle in der frontalen Vaginalwand. 2010 kam die Sexualforscherin Andrea Burri in ihrer Studie zum Schluss, dass der G-Punkt kein objektiv nachweisbares biologisches Phänomen ist, sondern auf subjektiven Wahrnehmungen und dem individuellen Erleben der einzelnen Frau beruht.

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Die nicht enden wollenden Versuche, etwas so hoch individuelles und gleichzeitig komplexes wie die menschliche Sexualität erklären zu wollen, führt letztlich vor allem dazu, dass eine Vielzahl von Menschen als "nicht normal" abgestempelt und damit ausgegrenzt werden. Für einige Frauen ist die Vagina ein Lustzentrum, bei anderen sind es die Brüste oder die Klitoris. Und auch wenn wohl die meisten Männer von sich sagen würden, dass für sie der Penis und insbesondere die Eichel beim Sex wichtig sind, um zum Orgasmus zu kommen, würden manche ergänzen, dass sie auch durch die Stimulation der Brustwarzen sexuell erregt werden.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass es bei deiner Partnerin an oder in der Scheide und um diese herum Bereiche gibt, die besonders empfindsam sind und eine starke sexuelle Erregung auslösen können. Um diese zu finden, braucht ihr aber nicht den Rat einer Fachperson, sondern einzig und allein einen unvoreingenommenen Forschergeist und den Mut, den Dingen – buchstäblich – auf den Grund zu gehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Eine sinnliche Möglichkeit, um erogene Bereiche an der Vulva und in der Scheide zu finden, ist die Yonimassage, eine ganzheitliche Massagemethode, bei der nicht nur der Körper, sondern auch der Intimbereich der Frau achtsam massiert wird. Letztlich ist es aber egal, welche Technik ihr wo anwendet. Hauptsache ist, ihr habt Spaß bei dem, was ihr macht. Denn: Auch beim Sex ist der Weg das Ziel!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

(wer)

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