"Hatzerl" mit 200 km/h bringt Wiener ins Heim

Mit bis zu 200 Kilometer pro Stunde rast ein Wiener im Dezember 2018 der Polizei davon. Er wurde in U-Haft genommen, nun stand er vor Gericht.
In der Ketzergasse in Wien wollte die Polizei im Dezember 2018 den Autolenker Harald L. kontrollieren. Der aber gab Gas, beschleunigte auf 200 Stundenkilometer und versuchte, über die Südautobahn zu entkommen. Er weicht dabei mehreren Polizeisperren aus, und überfährt beinahe einen Polizisten. 70 Kilometer legt er in nur 23 Minuten zurück, bei der Ausfahrt Gloggnitz wird er gestoppt.

Aufgrund der rücksichtslosen Fahrweise und der Gefährdung von Menschenleben wird der Lenker von der Polizei daraufhin in Untersuchungshaft genommen. Im Jänner 2019 rastet er dabei vollkommen aus, attackiert und verletzt einen Justizwachebeamten. Die Justiwache ist seither im Krankenstand, aufgrund der Verletzungen wird sie den Beruf wahrscheinlich gar nicht mehr ausüben können.

"Ich wollte nur noch davon"

Am Mittwoch stand der Aggro-Raser nun in Wien vor Gericht. "Ich hab mir ein Hatzerl mit der Polizei geliefert", so seine Aussage. Als die Beamten ihn kontrollieren wollten, habe er Panik bekommen und sich bedroht gefühlt: "Ich wollte nur noch davon." Wie sich herausstellte, ist der Mann psychisch krank, setzte drei Wochen vor der Raserei seine Medikamente zur Behandlung einer bipolaren Störung ab.

Harald L. drohte die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, diese wurde ihm aber unter Auflagen bedingt nachgesehen. So muss der Mann nun in einem betreuten Heim wohnen. Beim zweiten Urteil, der schweren Körperverletzung gegen den Justizwachebeamten, bekam L. ein Jahr Haft, davon vier Monate unbedingt, die L. bereits in U-Haft absaß. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. (rfi)

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