"Hells Angels" verletzen Wirt und randalieren

Bild: DAPD
Zu zwei Zwischenfällen mit Mitgliedern der "Hells Angels", die an diesem Wochenende in Unterpremstätten bei Graz ein Treffen abhalten, ist es am Freitag gekommen. Ein per Haftbefehl gesuchter Motorrad-Rocker wurde festgenommen.
, ist es am Freitag gekommen. Ein per Haftbefehl gesuchter Motorrad-Rocker wurde festgenommen.

Ein Wirt wurde verletzt, weil er einen Streit zwischen einem Gast und sieben Mitgliedern der Gruppe schlichten wollte. In einem anderen Lokal wurden neun "Höllenengel" angepöbelt und demolierten daraufhin einen Teil der Einrichtung, so die Polizei.

Der erste Zusammenstoß ereignete sich kurz nach Mitternacht in Kalsdorf bei Graz, als ein 44-Jähriger mit seinem Sportwagen vor einem Lokal das Motorrad eines "Hells Angels" umstieß. Daraufhin kamen sieben Mitglieder der Gruppe dazu und umringten den Lenker. Der Wirt wollte schlichtend eingreifen, wurde aber mit einem Kopfstoß, bei dem er einen Nasenbeinbruch erlitt, außer Gefecht gesetzt.

Lokal verwüstet

Gegen 5.00 Uhr wurden neun "Hells Angels" in einem Lokal in Graz-Straßgang von einem Unbekannten angepöbelt, woraufhin sie Sessel, Tische und Gläser umwarfen und den Zigarettenautomaten, einen Flachbildschirm und einen Spielgel zertrümmerten. Sie verschwanden noch vor dem Eintreffen der Polizei.

Bisher gab es eine Verhaftung, ein per Haftbefehl gesuchter "Höllenengel" wurde bei einer Verkehrskontrolle erkannt und festgenommen. Laut einem deutschen Szene-Beamten sollen auch einige "hoch kriminelle Herrschaften" bei dem Treffen sein.

Hells Angels Austria: "Wir sind hier in Österreich"
Seitens des Presseteams der Hells Angels Austria distanzierte man sich von kriminellen Machenschaften in anderen Ländern: "Wir sind hier in Österreich und die anderen sind unsere Gäste." Rexeis erklärte, dass seit dem Vormittag zahlreiche Kontrollen von Bikern und Clubanhänger, die im Pkw oder mit Bussen anreisen, vorgenommen worden sind.

Die beiden Sprecher der Hells Angels Austria unterstrichen, dass Mitglieder oft bewusst provoziert werden: "Wir erleben oft, dass wir angepöbelt werden, weil die Leute ausprobieren wollen, bis wann ein Hells Angel ausrastet," so einer der beiden. Auf jedem Fußballspiel oder Feuerwehrfest mit vielen Betrunkenen gehe es schlimmer zu als hier beim "World Run".

Treffen am Schwarzlsee beginnt

Reges Treiben hat sich Freitagvormittag bereits am Schwarzlsee in Unterpremstätten beim ersten Tag des "World Runs" der Hells Angels abgespielt. Offiziell hätte der Einlass erst um 15.00 Uhr erfolgen sollen, aber bereits Stunden davor kamen beinahe im Sekundentakt Motorradrocker und Mitglieder in Pkw und Bussen aus aller Welt an. Auch die Polizei rückte mit etwa 20 Kleinbussen an und baute nur wenige Meter vom Haupteingang entfernt ihre Einsatzzentrale auf.

Lange geschlafen dürften die "Höllenengel" aber nicht haben, denn schon um 10.00 Uhr trudelten unzählige Clubmitglieder ein. Während nebenan die Motoren brummten, baute die Polizei mit Unterstützung der Feuerwehr Absperrungen und ein Zelt auf. Auch ein Polizeihubschrauber war schon am Himmel über dem See zu sehen.

Präsent sind die Hells Angels nicht nur am Gelände des Schwarzl Freizeitzentrums, sondern auch in Graz. Beinahe vor jedem Hotel oder Pension in den südlichen Bezirken und den Umlandgemeinden waren Freitag früh die mehrheitlich schwarzen Maschinen aufgestellt.

APA/red

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