"Heute" testete Wiens ersten autonomen E-Bus

Zwei autonome E-Busse absolvierten am Freitag zum ersten Mal eine Probefahrt in der Seestadt Aspern. "Heute" testete die selbstständig fahrenden Busse.
Zwei kleine E-Busse stehen bei der Bus-Station in der Seestadt. Das Besondere: Die beiden E-Busse werden in Kürze zum ersten Mal auf einer öffentlichen Straße unterwegs sein – und zwar mit Fahrgästen! "Heute" war bei der ersten Probefahrt unter realen Bedingungen an Bord. Die Fahrgäste steigen ein – und los geht's! Mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h fährt der autonome Bus – ganz ohne von einem Fahrer gelenkt zu werden – eine Runde.



"Heute"-Fazit: "Habe mich sicher gefühlt"

"Ich habe mich sicher gefühlt. Dadurch, dass ein Operator an Bord ist, kann nichts passieren", sagt "Heute"-Praktikant Eugen Gundacker nach der Testfahrt. "Ich würde mich aber auch ohne Operator sicher fühlen."

Anzahl der Fahrzeuge: 2 Stück

Projektvolumen: Rund 1,5 Millionen Euro

Länge / Breite / Höhe: 4,75 Meter / 2,11 Meter / 2,65 Meter

Kapazität: 11 Fahrgäste (inkl. 1 Operator)

Erlaubte Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h (im automatisierten Betrieb) Maximale Laufzeit 9 Stunden

Durchschnittliche Ladezeit: 4 bis 8 Stunden

Geplante Teststrecke ab Herbst 2018: 2 Kilometer rund um die U2-Station Seestadt
Es funktioniert: Bei der roten Ampel erhält der autonome E-Bus das Signal, dass er stehen bleiben muss – und bremst.

CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bei Schnee und Regen bleibt der E-Bus stehen

"Bei kritischen Kreuzungen macht der Bus automatisch einen Zwischenstopp", erklärt Operator Robert Ranseder. Er überwacht am Bildschirm ganz genau, ob der Bus ordnungsgemäß funktioniert. Lässig: Stopptafeln und Co. werden bei dem Bus einprogrammiert, er soll sie selbstständig erkennen. Alexandra Millonig vom AIT (Austrian Institute of Technology) erklärt: "Die Busse bekommen zum Beispiel von der Ampel Informationen."

Hindernisse erkennt der autonome Bus durch acht eigene Sensoren, die außen angebracht sind. Und diese Sensoren sind sehr sensibel: "Bei großen Schneeflocken oder starkem Regen bleibt der Bus stehen", erklärt Operator Ranseder. Denn: Der E-Bus hält das für ein Hindernis. An solchen Feinheiten wird freilich noch gefeilt.

Manuelles Eingreifen mit X-Box-Controller

Wenn der Bus also nicht mehr von selbst weiterfährt, greift der "Operator" ein, kann dann auf manuellen Betrieb umstellen. Mit einem X-Box-Controller, der wie bei einer Spielkonsole aussieht, kann der "Operator" dann den E-Bus lenken. Spannend: An heißen Tagen verbraucht die Klima-Anlage fast so viel Strom wie der Motor.

Wie fühlt man sich als "Operator"? "Am Anfang war es ein etwas mulmiges Gefühl", erklärt Ranseder. Mittlerweile hat er sich aber schon an das neuartige Fahrgefühl gewöhnt.

Der autonome E-Bus hat elf Sitzplätze, zehn Fahrgäste können mitfahren, der elfte Platz gehört dem "Operator".

Testfahrten mit Fahrgästen ab Frühjahr 2019

Im Testbetrieb fährt der autonome E-Bus maximal 25 km/h, im Straßenverkehr werden künftig maximal 20 km/h möglich sein. In den Bussen sind auch Bildschirme geplant, auf denen die Fahrgäste mitverfolgen können, warum der E-Bus wie "reagiert". Auch eine "intelligente Haltestelle" ist geplant, wie Karin Kraschl-Hirschmann, Leiterin innovative intelligente Verkehrssysteme bei Siemens Österreich, erklärt.

"Die Wiener Linien arbeiten gemeinsam mit den Projektpartnern intensiv daran, dass autonomes Fahren öffentlicher Verkehrsmittel gelebter Alltag wird", so Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Noch im Herbst 2018 sind Testfahrten – noch ohne Fahrgäste – geplant. Auf einer zwei Kilometer langen Strecke rund um die U2-Station "Seestadt" werden zwei selbst fahrende Busse getestet – und weiterentwickelt. Lässig: Im Frühjahr 2019 startet dann der Testbetrieb mit Fahrgästen.

Nav-AccountCreated with Sketch. Eugen Gundacker/Gerda Mackerle TimeCreated with Sketch.| Akt:
DonaustadtNewsWienVerkehrBus

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema