"Ich arbeite 18 Stunden pro Tag für 1.500  im Monat"

Bild: Sabine Hertel
Dilek G. schuftet bis zum Umfallen, um ihre Familie und neun Angestellte über Wasser zu halten. "Ich arbeite von zwei Uhr früh bis acht Uhr abends - sieben Tage die Woche", so die 36-Jährige.
Dilek G. schuftet bis zum Umfallen, um ihre Familie und neun Angestellte über Wasser zu halten. "Ich arbeite von zwei Uhr früh bis acht Uhr abends – sieben Tage die Woche", so die 36-Jährige.

Am Monatsende bleibt der Pächterin einer Bäckerei-Filiale am Wiener Handelskai dennoch nur ein Hungerlohn von 1.500 . Bald aber nicht einmal mehr der, denn: "Die Firma 'Anker' hat meinen Vertrag per sofort gekündigt und zeigte mich nun wegen Betrugs an", erzählt Dilek G. Was ist passiert? "Es begann mit einem langen Krankenstand. Ich hatte ein Aneurysma im Kopf und musste elf Stunden operiert werden. Danach fiel ich monatelang aus."

Obwohl sie seit Mai wieder arbeitet, kam das dicke Ende Mitte Juni: "Da stürmten sechs 'Anker'-Chefs in meine Filiale und wollten mir die Geschäftsschlüssel abnehmen." Der Grund? "Man unterstellt mir Betrug durch 'Bon-Abbrüche' an der Kasse. Völliger Unsinn: Ich habe nie einen Cent gestohlen. Außerdem: Wer tippt Ware, die er schwarz verkaufen will, erst ins System und storniert dann alles wieder? Hirnrissig!"

Detail am Rande: Laut "Anker" begann der Betrug am 3.12.2015 – "da lag ich im Spital". Dilek G., die derzeit nicht mit Ware beliefert wird, hat nur einen Wunsch: "Dass 'Anker' mich wieder meine Arbeit tun lässt. Das Geschäft ist mein Leben!" Auf "Heute"-Anfrage teilte die Kette mit, dass die Causa derzeit überprüft werde.
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