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"Ich bin kein Virus": So wehren sich Twitter-User

Heute Redaktion
13.09.2021, 14:39

Das Coronavirus verunsichert Menschen weltweit. Die Ausbreitung der Krankheit führt dazu, dass immer mehr Personen asiatischer Herkunft diskriminiert werden. Sie wehren sich nun auf sozialen Plattformen.

Unter dem Hashtag #ichbinkeinvirus teilen Menschen mit asiatischen Wurzeln ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit Rassismus im Alltag seit dem Aufkommen des Coronavirus.

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Panik führt zu Rassismus

Nachdem die Zahl der Infizierten ständig stieg und auch außerhalb Chinas weitere Fälle auftraten, wuchs in vielen Ländern die Angst vor der Lungenkrankheit.

Mit dieser Panik einhergehend entwickelte sich auch eine soziale Ausgrenzung asiatisch aussehender Menschen auf der ganzen Welt. So setzten sich etwa die Leute in der U-Bahn von ihnen weg oder sie wurden von anderen aufgefordert, eine Maske zu tragen.

Die Mitglieder der chinesischen Community in Kanada waren unter den ersten, die von Demütigungen und Anfeindungen berichteten. Ungenaue Informationen über das Virus würden ein "unnötiges Stigma gegen Mitglieder unserer Gemeinschaft" provozieren, meldeten die Behörden in Toronto.

Eine Online-Petition in Malaysia forderte etwa ein Einreise-Verbot für Chinesen. 400.000 Personen haben es unterzeichnet. Eine deutsche Twitter-Nutzerin berichtet von einem diskriminierenden Vorfall in einem Berliner Spital.

Statement auf Fashion Week

"Eine Zunahme rassistisch motivierter Bemerkungen und Vorfälle lässt sich in der Tat rund um die Welt beobachten – interessanterweise, so scheint es, im Gleichschritt mit der Berichterstattung zur globalen Ausbreitung des Virus", erklärt der China-Experte Ralph Weber von der Universität Basel gegenüber der "NZZ".

Auch auf der Mercedes Benz Fashion Week in Madrid kam die Thematik zum Vorschein. Ein Model betrat mit der Aufschrift "I am not a virus" auf der nackten Brust den Laufsteg. Chenta Tsai wollte damit ein Zeichen gegen den Rassismus setzen.

Viele Social-Media-User kritisieren aber auch Berichterstattung vieler Medien über das Coronavirus. Auch das jüngste Cover des Magazins "Der Spiegel" sorgte für negative Reaktionen.

Tagesspiegel-Redakteur Marvin Ku hat die rassistischen Erlebnisse in einem Artikel verarbeitet. "Wenn Asiaten niesen, sucht ihr das Weite" lautet der Titel. "Auch wenn sich die Krankheit in Deutschland noch nicht arg verbreitet hat, ist der Rassismus schon da", schreibt er.

Der Kampf gegen das Virus geht indes weiter. China weitete die Massenquarantäne aus. Bisher starben 425 Menschen an der Lungenkrankheit. Ein erster Todesfall wurde zudem in Hongkong gemeldet.

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