"Ich bin verliebt in meinen Automechaniker"

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(Symbolbild).Bild: iStock
Zum zweiten Mal innerhalb Jahresfrist sind Sue und ihr Freund in einer Beziehungskrise gelandet. Und als ob dies nicht schon genug wäre, hat sie sich auch noch verliebt. Was nun?
Frage von Sue (26) an Doktor Sex:Ich bin seit über sieben Jahren mit meinem Freund zusammen. Vor 18 Monaten haben wir uns für einige Zeit getrennt, weil es für mich aus diversen Gründen nicht mehr stimmte. Er hat dann um eine zweite Chance gebeten, die ich ihm – unter gewissen Bedingungen – gewährte. Danach hatten wir ein super Jahr. Aber jetzt wechselt er leider wieder in das alte Schema. Auch im Bett läuft es nicht gut. Knutschen geht nur, wenn ich extreme Lust habe, was kaum mehr vorkommt. Und er will von Sex praktisch nichts wissen – vielleicht auch, weil er hier eher eine Niete ist.

Nun bin ich vor kurzem in meiner Autogarage einem Mechaniker begegnet. Er entspricht genau dem Typ Mann, von dem ich immer träumte. Ich spüre eine gewisse Sympathie zwischen uns. Und mir ist aufgefallen, dass er mich immer sehr speziell ansieht und bevorzugt behandelt. Neulich abends traf ich ihn per Zufall in einer Bar. Wir haben uns die ganze Zeit unterhalten und er hat mir Getränke spendiert. Viel hat nicht gefehlt und ich hätte ihn leidenschaftlich geküsst. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich tun soll.

Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich meinen Freund noch liebe – auch wenn er ein feiner Kerl ist und ich seine Gefühle nicht verletzen möchte. Beim anderen hingegen spüre ich immer ein Kribbeln und meine Freude steigt, wenn ich ihn sehe. Meine Gedanken kreisen eigentlich nur noch um ihn. Ich habe aber Angst, dass er mich zurückweisen könnte, wenn ich ihm meine Gefühle gestehe und auch davor, festzustellen, dass ich mir das mit uns alles nur eingebildet habe. Eines aber steht fest: Wenn dieser Traumtyp mich daten würde, müsste ich keine Sekunde überlegen und würde mich sofort voll darauf einlassen. Vor allem, weil mich meine Beziehung einfach zu viel Nerven kostet und ich auf sehr vieles verzichten muss. Was soll ich tun?



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Liebe Sue

Es gibt Fragen, bei denen weiß ich schlicht und einfach nicht, wozu sie mir gestellt werden. Deine ist so eine. Mit geradezu bewundernswerter Klarheit fasst du zusammen, was in deinem Beziehungsleben Sache ist und wohin es dich zieht. Und am Ende deiner Ausführungen, wenn alles auf dem Tisch liegt und jedes Kind spürt, was ansteht, fragst du, was du tun sollst. Hallo?

Möchtest du vielleicht, dass ich dich von deiner Angst vor Zurückweisung befreie? Das kann ich nicht. Willst du von mir eine Bestätigung deines Urteils über deinen Freund – zum Beispiel: Er ist eine Niete im Bett, du darfst ihn also ruhig verlassen? Das will ich nicht. Oder wünschst du dir vielleicht, dass ich dir rate, dich dem Neuen an die Brust zu werfen, weil es deinen strapazierten Nerven gut tun würde?

Deine Beziehung ist am Ende. Zum einen, weil du deinen Freund nicht mehr liebst. Zum anderen, und das wiegt meiner Meinung nach schwerer, weil du den Respekt vor ihm verloren hast. Sieben Jahre mit einem Mann zusammen zu sein und ihn am Schluss als "Niete" zu bezeichnen ist billig. Und sagt letztlich mehr über dich aus als über ihn.

Wenn du Stil hast, beendest du das Ganze mit Würde und auf Augenhöhe. Also ohne deinen Noch-Freund zum bedürftigen Kind oder zum Trottel zu machen. Alles Gute! (wer)

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