"Ich bringe es einfach nicht beim Sex!"

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Stans Freundin kommt erst richtig in Fahrt, wenn er schon zum Orgasmus gekommen ist. Nun hat er Angst, dass sie deshalb bald Schluss macht.
Frage von Stan (26) an Doktor Sex: Ich bin seit bald zwei Jahren mit meiner Freundin zusammen. In dieser Zeit schaffte ich es nicht, sie sexuell zu befriedigen, da ich meist nach etwa fünf Minuten komme. Aber gerade wenn bei mir Schluss ist, kommt sie erst richtig in Fahrt. Neulich sagte sie mir, dass sie es sich wegen meines Unvermögens mehrmals die Woche selber machen müsse.

Ich habe seither viel gelesen zum Thema, wie ein Mann seinen Orgasmus hinauszögern kann, aber das alles funktioniert bei mir einfach nicht. Mittlerweile hat meine Partnerin nicht mehr wirklich Lust auf Sex, weshalb wir nur noch einmal die Woche zusammen schlafen. Im ersten halben Jahr unserer Beziehung war es noch mindestens zweimal pro Woche gewesen.

Letzte Woche hatten wir wieder einmal Sex, danach war sie abweisend und wütend. Ich befürchte, dass sie bald Schluss machen wird, weil ich es nicht bringe. Soll ich Medikamente nehmen, um länger durchhalten zu können? Bei meinen Ex-Freundinnen hatte ich das Problem nicht. Oder kann ich sonst etwas tun?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Stan

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Offenbar denkst du, der Mann sei verantwortlich für den Orgasmus der Frau. Zudem scheinst du davon auszugehen, dass der Höhepunkt nur dann gut ist, wenn er durch die Bewegungen des Penis in der Scheide beim Geschlechtsverkehr ausgelöst wird. Fakt ist: Frauen können selber dafür sorgen, dass sie den Gipfel der sexuellen Lust erreichen. Drei Viertel von ihnen benötigen dazu aber eine Stimulation der Klitoris.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wie du schreibst, hattest du das Problem mit deiner Ex-Freundin nicht. Es macht daher auch absolut keinen Sinn, Medikamente einzusetzen. Vielmehr geht es darum, beim Sex wieder die Art von Entspannung zu erreichen, die du früher hattest. Solange du aber nur ängstlich auf den Höhepunkt deiner Partnerin fokussiert bist und sie sich zudem aufführt wie eine Prinzessin, wirst du dies nicht erreichen. Ich denke daher, es ist Zeit für klare Ansagen.

Statt weiterhin im Netz zu forschen oder dich zu ängstigen vor einem möglichen Ende, fragst du besser einmal deine Freundin, was sie denn braucht, um beim Sex mit dir zum Orgasmus zu kommen. Bitte sie darum, dir zu zeigen, wo und wie sie sich bei der Selbstbefriedigung berührt und welche Hilfsmittel sie dazu benutzt. Wenn sie dich will, hat sie ein Interesse daran, herauszufinden, wie ihr den Sex so gestalten könnt, dass du weniger unter Druck stehst.

Bevor ihr aber über Sex redet, steht erst eine Auseinandersetzung über eure Beziehung an. Ich denke, du solltest deiner Freundin klar und deutlich sagen, wie es dir geht. Dass du dich in dieser Art von Beziehung, die auf Angst und Abhängigkeit beruht, nicht wohlfühlst und dass du dich von ihr massiv unter Druck gesetzt fühlst. Möglicherweise erkennt sie gar nicht, dass sie sich in ihrer Not dir gegenüber so verhält.

Und zum Schluss noch dies: Auch wenn eine Mehrzahl der Männer den Sex mit sich selber für eine Ersatzhandlung hält, solltest du dich langsam an den Gedanken gewöhnen, dass Selbstbefriedigung nicht nur eine Möglichkeit ist, sich notdürftig von der aufwallenden Lust zu befreien und sich einen Abglanz des Vergnügens zu verschaffen, das man beim Sex zu zweit haben würde.

Ihre Frage an Doktor Sex: doktor.sex@heute.at

(red)

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