"Ich fuhr mit Sturmgewehr im Kofferraum heim"

Wie haben Sie das Bundesheer erlebt? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte per Formular (s.u.) oder an community@heute.at!
Wie haben Sie das Bundesheer erlebt? Schreiben Sie uns Ihre Geschichte per Formular (s.u.) oder an community@heute.at!Bild: picturedesk.com

Sie gab ihren sicheren Job für das Heer auf, brannte für die Streitkräfte: Eine "Heute"-Leserin erzählt, warum ihr Traum vom Soldatenleben trotzdem platzte.

Schule fürs Leben oder sinnlose Schleiferei? Der Fall um den toten Soldaten in der Kaserne Horn hat Diskussionen über Sinn oder Unsinn des Bundesheeres angeheizt. Eine, für die der Gang zu den Streitkräften ein Schuss in den Ofen war, ist "Heute"-Leserin Michaela (Name geändert).

Die junge Rekrutin meldete sich 2001 freiwillig und verzichtete auf einen sicheren Job bei der Landesregierung. "Ich kam mit hohen Erwartungen und Engagement in eine Kaserne in Niederösterreich. Aber dieser Traum war bald geplatzt."

Liegestütze mit 30 Kilo, Beschimpfungen

In der Grundausbildung dann das harte Erwachen: "Mit vollem Gepäck (mehr als 30 Kilo) mussten wir bis zu 60 Liegestütze täglich machen, weil jemand seine Wasserflasche nicht voll angefüllt hatte." Neben den körperlichen Strafen - etwa die Hindernisbahn bei Schnee zu überwinden - seien auch Beschimpfungen seien an der Tagesordnung gewesen. Bis Michaela genug hatte. "Dann bot man mir eine Versetzung nach Linz an."

Kein Schlafplatz

Michaela willigte ein. "Ich fuhr mit meinem Privatauto nach Linz, mit der gesamten Ausrüstung inklusive Sturmgewehr." Doch die Leidensgeschichte war dort nicht zu Ende. "Man sagte mir, dass es keinen Schlafplatz gab, weil die Kaserne renoviert wird und ich konnte nur am Boden schlafen. Also fuhr ich wieder nach Hause, in meine Wohnung, die ich mir mit dem Bundesheer-Taschengeld eigentlich nicht leisten konnte."

Täglich fuhr Michaela von Melk nach Linz in die Kaserne. "Und dann wieder unverrichteter Dinge zurück. Mit meinem Sturmgewehr im Kofferraum, wohl bemerkt. Nach einer Woche gab ich endgültig auf, brachte die Ausrüstung nach St. Pölten zurück und verließ das Heer. Ohne Job und ohne Geld."

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(red)

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Maria Theresia von ÖsterreichCommunityBundesheer

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