"Ich habe in Österreich von Anfang an hart gearbeitet"

1995 verlässt Adriana mit ihrem Mann Bulgarien, im Gepäck: 2.000 $, die sie sich von Verwandten und Freunden für ihr Studium in Wien geliehen hatten.
In Wien beginnt Adriana (52) Kunstgeschichte zu studieren, ihren Plan, wieder nach Bulgarien zurückzukehren, legt sie, als die erste Tochter geboren wird, nach ein paar Jahren ad acta. „Wir haben uns bewusst entschieden, in Wien zu bleiben, um uns hier eine Zukunft aufzubauen". Von Anbeginn an investiert die Familie viel eigene Kraft: „Wir haben nicht ein einziges Mal Unterstützung in Anspruch genommen, wir haben immer hart gearbeitet". Die Künstlerin verdient ihr Geld anfangs als Babysitterin, sie geht putzten, sie ist sich für keinen Job zu schade. Nachts, wenn das Baby schläft, malt sie Glaskugeln, die sie dann auf Weihnachtsmärkten verkauft. „Ich kann nicht verstehen, dass Leute hierher kommen und sofort Unterstützung beanspruchen, obwohl sie für dieses Land noch nichts geleistet haben.

Ausreichend Jobs, mit denen man Geld verdienen kann



Es gibt genügend Jobs, mit denen man selbst Geld verdienen kann." Später arbeitet Adriana als Restauratorin. Ihre bodenständige Einstellung hat die Künstlerin von ihrer Mutter: „Sie hat immer geschaut, dass wir Kinder was weiterbringen und bescheiden bleiben". Adriana gibt das auch ihren eigenen Töchtern weiter: „Beide werden von uns natürlich unterstützt, müssen aber immer auch einen Teil selbst dazu beitragen".

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Auch wenn sie gelegentlich an Bulgarien denkt, vermisst die Wienerin ihre Heimat nicht: „Ich bin hier zuhause - vollends integriert und sehr glücklich; einzig meine Mama und meine Schwester fehlen mir". Vor einem Jahr erfüllt sich die lebensfrohe Künstlerin ihren großen Traum: Sie eröffnet ihr eigenes Kunstatelier Adselini in Wien-Penzing, arbeitet viel mit Kindern: „Die Kleinen sind wie Erde, wenn du etwas einpflanzt, kommt viel raus." Für die Zukunft hat Adriana noch einen Wunsch: „Dass meine Töchter (mittlerweile sind sie 20 und 16 Jahre alt) eine gute Bildung genießen und sich ihre Bodenständigkeit bewahren."

(isa)

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