"Ich schaue Pornos - bin ich normal?"

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Tim, 14, an Doktor Sex: Aus Neugier und auch bei der Selbstbefriedigung schaue ich manchmal Pornos. Bin ich normal?
Hallo Tim!

Andere Buben in deinem Alter schauen ebenfalls Pornos. Als Begründung dafür geben sie Neugier, Spaß oder Lust an. Aber auch das Bedürfnis nach Informationen über Sex, die sie sonst nirgends erhalten. Natürlich ist auch der Wunsch nach Bildern für die Selbstbefriedigung ein Motiv. Auffallend: Mädchen haben ein geringeres Interesse an Pornos als Buben.

Pornofilme zielen darauf ab, den Betrachter zu erregen. Sie tun dies, indem sie gesellschaftliche Konventionen und Beziehungsaspekte ausblenden und vorgeben, Sex sei jederzeit, überall und mit jeder Person sofort möglich und von allen Beteiligten erwünscht. Frauen und Männer werden als kopflose und triebgesteuerte "Sexmonster" dargestellt und auch ihre körperlichen Voraussetzungen werden total überzeichnet.

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Wichtig deshalb, dass du die pornografischen Bilder nicht dem sexuellen Alltag in einer Beziehung verwechselst und glaubst, dich beim ersten Mal verhalten zu müssen wie ein Pornostar. Sex in der Realität orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der beteiligten Personen und ist vielfältiger als derjenige, der in Pornos gezeigt wird.

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Fakten zum Pornokonsum von Jugendlichen:

Eine Umfrage der Berner Gesundheit, Bern

Eine Studie aus Deutschland

Werner, 16: In letzter Zeit schaue ich manchmal Pornoseiten im Internet an. Mache ich mich damit strafbar?

Lieber Werner.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Allein durch das anschauen von Pornos im Internet, kannst du dich nicht strafbar machen. Jedoch ist es verboten, einer Personen unter 16 Jahren pornografisches Material anzubieten, zu zeigen, zu überlassen oder zugänglich zu machen. Du solltest also keine Bilder aufs Handy laden und in der Schule herumzeigen. Und auch nicht selbst gebrannte CD's verteilen oder Internet Links versenden. Sonst kannst du echte Probleme kriegen!

Für sogenannt harte Pornografie - darunter fallen sexuelle Handlungen mit Kindern oder mit Tieren, menschlichen Ausscheidungen oder Gewalttätigkeiten - gelten besondere Regeln. Diese darf nicht hergestellt, eingeführt, gelagert, in Verkehr gebracht, angepriesen, ausgestellt, angeboten, gezeigt, jemandem überlassen oder zugänglich gemacht werden. Wer also harte Pornografie aus dem Internet herunter lädt und auf der Festplatte speichert, macht sich strafbar.

Solltest du mit Darstellungen in Kontakt kommen, die dich verunsichern oder die dir Angst machen, rate ich dir zu einem Gespräch mit deinen Eltern oder einer anderen erwachsenen Person. Du kannst dir aber auch im Internet oder auf einer Fachstelle in deiner Nähe Unterstützung holen.

Weitere Infos im Netz:

Strafgesetzbuch, Artikel 197: Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität

Beratung im Internet auf der Jugendplattform tschau.ch

Adressen von sexualpädagogischen Beratungsstellen

Lisa (38): Ich habe festgestellt, dass unser 14-jähriger Sohn im Internet auf Pornoseiten war. Wie kann ich verhindern, dass er weiterhin solche Seiten besucht?

Ciao Lisa.

Kinder vor der Pubertät müssen so gut wie iregnd möglich vor pornografischen Darstellungen geschützt werden. Für sie ist ein unbeaufsichtigter Zugang zum Internet tabu. Ab einem gewissen Alter ist ein solches Verbot aber nicht mehr haltbar. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie als Jugendliche in irgend einer Form mit pornografischen Darstellungen in Kontakt kommen. Sie davor zu schützen, ist unmöglich.

Für die meisten Jugendlichen ist Pornografie ein Weg, um sich Informationen über Sexualität zu holen, die sie zu Hause oder in der Schule nicht kriegen. Handelt es sich bei den Darstellungen einfach um gezeigte Sexualität zwischen zwei Menschen, ist das für die Mehrheit nicht problematisch. Schwierig kann es dann werden, wenn sie auf überfordernde Bilder stoßen. Zum Beispiel in Form von harter Pornografie.

Wichtiger als der Versuch, mit Filtern und Verboten deinen Sohn von gezeigter Sexualität fernzuhalten, sind Gesprächsangebote. Und dass du ihn wissen lässt, dass er jederzeit auf dich oder deinen Mann zukommen kann, wenn ihm Bilder oder Filme Angst machen oder er diese nicht verarbeiten kann.

(wer)

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