"Ich würde mir hier noch mehr Gründerinnen wünschen"

Jürgen Horak, Managing Director Dimension Data Austria
Jürgen Horak, Managing Director Dimension Data AustriaBild: Hersteller
Jürgen Horak, Managing Director Dimension Data Austria

"Heute": Wie unterstützt oder kooperiert Ihr Unternehmen mit der Start-up-Szene?

Horak: "Wir konzentrieren uns auf regelmäßigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit der Gründerszene, weil das immer sehr befruchtend und lehrreich für beide Seiten ist. In Österreich haben wir bewusst keine dezidierten Start-up-Programme aufgelegt, da solche Initiativen bei Dimension Data global gesteuert werden."

"Heute": Ihr Unternehmen ist ein global player. Wo liegen besondere Stärken der österreichischen Start-ups?



Horak: "Österreich ist zum einen ein wirtschaftlich extrem attraktives Land, zum anderen auch ein multikulturelles Land. Die unterschiedlichen Herangehensweisen beflügeln den Unternehmergeist. Wir haben es mittlerweile geschafft, eine gute Infrastruktur für Start-ups auf die Beine zu stellen. Das zieht wertvolles internationales Know-how an und motiviert immer mehr Menschen, sich mit ihrer Geschäftsidee selbständig zu machen."



"Heute": Wo wiederum gibt es Aufholbedarf in Österreich – sowohl seitens der Start-ups als auch der gesetzlichen Rahmenbedingungen bzw. der Investorenszene?



Horak: "Neben den oft zitierten bürokratischen Hürden spielen noch andere Aspekte eine wichtige Rolle: Der Großteil der österreichischen Start-ups ist auf Informations- und Kommunikationstechnologien fokussiert, was wir als IT-Dienstleister grundsätzlich gut finden. Leider ist dadurch aber auch die Start-up-Szene überwiegend männlich dominiert. Start-ups sind erfolgreich, weil sie Dinge anders machen als etablierte Konzerne. Daher würde ich mir hier noch mehr Gründerinnen wünschen. Da wird noch viel Potenzial liegen gelassen. Spezielle Förderungen, Coachings oder ähnliche Initiativen würden sicher den gewünschten Effekt bringen."

"Heute": In welchem High-tech-Bereich erwarten Sie in naher Zukunft für Ihr Unternehmen die spannendsten Innovationen?



Horak: "In der IT dreht sich derzeit alles um die Themen Automatisierung und künstliche Intelligenz. Wir müssen die Milliarden intelligenten Geräte, die täglich ans Internet angeschlossen werden, sicher und effizient miteinander verbinden. Dafür braucht es neue Lösungsansätze. Persönlich finde ich aber auch alle Entwicklungen rund um neue Mobilitätskonzepte und Biotechnologie-Lösungen spannend."



"Heute": Was soll ein Jungunternehmer tun, der Ihnen eine technische Entwicklung präsentieren möchte?



Horak: "Er/sie sollte sich möglichst kurz und prägnant halten. Sowohl für das Unternehmen und Investoren, als auch für die künftigen User müssen die Vorteile herausgestrichen werden. Es sollte klar ersichtlich sein, was die Lösung einzigartig und besonders macht."

"Heute": Ein Rat für Jungunternehmer?

Horak: "Das, was ich auch meinen Töchtern sage, wenn sie sich einmal an etwas die Zähne ausbeißen: Aufstehen, Krone richten, weiterlaufen!"

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(sb)

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Maria Theresia von ÖsterreichInterviewWirtschaftskammer

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