"Im Herzen der See": Die Story hinter Moby Dick

Jeder kennt die Geschichte von Captain Ahab und dem weißen Wal, die Herman Melville Mitte des 19. Jahrhunderts zu Weltruhm verhalf. "Im Herzen der See" erzählt die Seefahrer-Geschichte, auf der "Moby Dick" basierte - und wie der Schriftsteller zu dieser kam. Der Film lebt von seinen imposanten (3D) Bildern und leidet unter seinem hilflos überladenen Plot.
Jeder kennt die Geschichte von Captain Ahab und dem weißen Wal, die Herman Melville Mitte des 19. Jahrhunderts zu Weltruhm verhalf. "Im Herzen der See" erzählt die Seefahrer-Geschichte, auf der "Moby Dick" basierte - und wie der Schriftsteller zu dieser kam. Der Film lebt von seinen imposanten (3D) Bildern und leidet unter seinem hilflos überladenen Plot.

1850, Nantucket, USA: In einer stürmischen Nacht erzählt ein gewisser Thomas Nickerson (Brendan Gleeson) dem Schriftsteller Herman Melville () die sagenumwobene Geschichte der Essex. 30 Jahre zuvor ist der Walfänger unter mysteriösen Umständen im Südpazifik gesunken. Seither geht das Gerücht um, ein riesiges weißes Monster hätte das Schicksal des Schiffes besiegelt.

) und dem schwelenden Konflikt zwischen den beiden. Chase verfügt über reichlich Erfahrung und eine beeindruckende Erfolgsbilanz, Pollard lediglich über das nötige Vitamin B. Sie sind sich nur in einem einig: Der Laderaum der Essex muss so schnell als möglich mit Walöl-Fässern gefüllt werden. Auf der Suche nach Beute wagen sie sich weit hinaus auf das offene Meer... und treffen dort auf einen riesigen, weißen Wal.

Tolle Bilder

Regisseur Ron Howard setzt alles daran, sein Publikum mittels Blickwinkel-Spielereien und 3D-Effekten an Bord der Essex zu verfrachten. Fast spürt man im Kino die Planken unter den Füßen und die Gischtspritzer im Gesicht. Der Look des Walfängers und seiner Crew muss dabei natürlich auch passen und ist tatsächlich hervorragend gelungen. Man merkt den Aufwand, der in diesem Film steckt - nicht zuletzt an der körperlichen Hingabe des Casts (vor Kurzem ging um die Welt).

Themenüberschuss

Optisch ist "Im Herzen der See" also ein Hingucker, erzählerisch aber leider ein heilloses Durcheinander. Das Drama ist so vollgepackt mit Konflikten und Nebenhandlungssträngen, dass man sich kaum auf den weißen Wal und den Überlebenskampf der Essex-Crew konzentrieren kann: Nickerson zerwirft sich mit seiner Frau, Melville mit Nickerson, Chase mit Pollard, Pollard mit seinem Cousin (ebenfalls an Bord der Essex), Pollard mit seinem Vater (nicht an Bord der Essex), Chase mit seinem besten Freund und zweiten Maat Mr. Joy (), Mr. Joy mit dem Alkohol...

Hinzu kommt, dass Nickerson zum allwissenden Erzähler mutiert, sich die Auflösung des Films nicht mir der (vorgegaukelten?) Ausgangslage deckt und Howard sich nicht für eine einzelne Schlüsselszene entscheiden kann. So gut "Im Herzen der See" also aussieht, so verworren und unbefriedigend ist er leider auf der Handlungsebene.

"Im Herzen der See" startet am 4. Dezember in den österreichischen Kinos.
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