"Islam nicht respektiert": Student (18) tötet Freunde

Bluttat in Tampa (Florida): Ein Muslim (18) erschoss zwei seiner WG-Genossen (18, 22) – die Neonazis sollen seine Religion nicht respektiert haben.
Mussten seine Zimmergenossen sterben, weil sie seine Religion nicht anerkannten? Drama in Tampa Palms (USA): Laut Polizei hat der Student Devon A. (18) zwei Freunde aus der Neonazi-Szene, mit denen er zusammenlebte, kaltblütig erschossen. Angeblich hätten Jeremy H. (22) und Andrew O. (18) keinen Respekt für seinen islamischen Glauben gezeigt – das hat der Verdächtige jedenfalls bei seiner Vernehmung ausgesagt.

Brisant: Der Täter soll früher selbst Neonazi gewesen sein, bevor er konvertierte und Muslim wurde. "Ich musste es tun. Ich hätte es nicht tun müssen, wenn euer Land nicht mein Land bombardieren würde", sagte der Doppelmörder im Verhör. Er soll über antiislamische Vorurteile wütend gewesen sein. "Er wollte Aufmerksamkeit erregen. Er wollte, dass CNN kommt", so eine US-Zeitung.

Mörder hatte zuvor in einem Tabakladen drei Geiseln genommen



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Am Wochenende hatte Devon A. zunächst in einem Tabakladen den Besitzer und zwei Kunden als Geisel genommen und erklärt, er sei über die "amerikanische Bombardierung in muslimischen Ländern aufgebracht". Als er sich ergab und die Polizisten fragten, ob es noch Verletzte gegeben hätte, sagte er: "Meine beiden Mitbewohner sind nicht verletzt. Sie sind tot." Dann führte er die Beamten zu seinem Apartment, wo die Leichen seiner beiden Freunde gefunden wurden.

Auch der vierte Mitbewohner des Apartments, Brandon R. (21), wurde verhaftet: Im Zimmer, der Garage und im Auto des ehemaligen Geologie-Studenten entdeckten die US-Cops Waffen und Munition, Sprengstoff und sogar radioaktives Material. Die Ermittler fanden auch ein gerahmtes Bild des Rechtsextremisten Timothy McVeigh, der 1995 einen Anschlag auf eine Behörde in Oklahoma City begangen – und dabei 168 Menschen getötet hatte. McVeigh war zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

Mitbewohner drohte, "Menschen zu töten und Gebäude zu sprengen"

R., der als Wachmann arbeitet, gab zu, dass er einen nationalistischen Gruppe namens "Die Atomwaffen" (auf Deutsch) angehören würde. Der verhaftete Mordverdächtige Devon A. hat zudem ausgesagt, dass sein Mitbewohner R. im Internet mit Neonazis gechattet und angekündigt hätte, "Menschen zu töten und Gebäude in die Luft zu jagen". Brandon R. drohen bei einer Verurteilung elf Jahre Haft, Devon A. könnte in Florida die Todesstrafe drohen.

Das FBI hat die Ermittlungen übernommen.

(tas)

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