Corona: Besuche in fremden Haushalten weiter verboten

Der "Ostererlass" der Regierung (nicht mehr als fünf Personen in einem Raum) sorgt für Verwirrung. Sektionschef Clemens Auer appellierte in der ZiB 2 an den Hausverstand der Menschen.

Darf man jetzt andere besuchen oder darf man nicht? Ein neuer Erlass in der Coronakrise sorgte am Samstag für Verwirrung in Österreich. Treffen in einem geschlossenen Raum seien nur noch erlaubt, wenn daran "nicht mehr als fünf Personen teilnehmen, die nicht im selben Haushalt leben".

Besuche weiter nicht gestattet

Was von der Regierung offenbar als Nachschärfung gedacht war, damit die Menschen über die Osterfeiertage die strengen Ausgangsbeschränkungen weiter einhalten, interpretierten manche als Lockerung. Sie hätten gedacht, es sei bisher nicht gestattet gewesen, Verwandte, Bekannte und Freunde zu besuchen, schrieben viele Österreicher im Internet – ist dies nun erlaubt, wenn es nicht mehr als fünf Personen betrifft, fragten sich User.

Clemens Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium, war zur Thematik Studiogast in der ZiB 2 bei Armin Wolf. Auer interpretiert Besuche in fremden Haushalten als größtenteils nicht gestattet, da sie nicht unter die vier Ausnahmeregelungen für das Verlassen der eigenen vier Wände fallen. Diese sind: Notwendige Einkäufe, unaufschiebbare Arbeit, Hilfestellungen für andere und kurze Spaziergänge an der frischen Luft.

"Intention ist, Coronapartys hintanzuhalten

Warum dann der neue Erlass mit der Begrenzung auf fünf Personen pro Haushalt? "Coronapartys mit Ostereiern wollen wir nicht", stellte Clemens Auer klar. Und ergänzte auch: "Wir haben den Erlass nicht aus Spaß gemacht. Unsere Intention war es, Coronapartys hintanzuhalten, nicht alles wieder aufzumachen."

Ob erwachsene Kinder nun ihre Eltern besuchen dürfen? Ob man zum Spazierengehen nun zu Bekannten gehen darf? Auer: "Wir müssen an den Hausverstand appellieren. Wir haben es hier mit einer hochinfektiösen Geschichte zu tun. Der Eintrag von draußen ist nach wie vor sehr groß. Das muss man weiter sehr ernst nehmen." Freunde zu einem Spaziergang ins eigene Wohnzimmer einzuladen, das sei nicht im Sinne des Erfinders: "Wir sollten uns weiter an die Ausgangsbeschränkung halten. Ich denke nicht, dass bei mir jemand spazieren geht, denn die Absicht eines Spaziergangs ist es, Luft zu schnappen …"

Montag neuer Erlass

Auer gestand ein, "Verwirrung gestiftet" zu haben, versprach aber: "Die Geschichte wird am Montag geklärt. Wir möchten Coronapartys zu Ostern verhindern und werden dafür eine klare Formulierung finden, damit Menschen nicht verwirrt sind." Morgen, Sonntag, herrsche also Unklarheit, monierte Moderator Armin Wolf. Antwort: "Genau. Wir haben die Verwirrung angerichtet, wir werden sie auch wieder entwirren – Anfang nächster Woche."

Das selbe kündigte auch Gesundheitsminister Anschober auf Twitter an. Die entstandene Verwirrung durch unklare Formulierung werde man am Montag klarstellen. "Sorry für Verwirrung - Kritik verstanden", twitterte der Minister.

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