"Knight of Cups": Anstrengende Identitätskrise

Mit leichter Kinokost haben Terrence Malicks Werke nichts zu tun. Als anspruchsvoll, bedeutungsschwer und künstlerisch wertvoll gelten seine Filme, vom Erstling "Badlands" (1973) bis zu seiner aktuellen, insgesamt siebenten Regie-Arbeit "Knight of Cups". Das stargespickte Drama über einen Hollywood-Schreiberling in der Sinnkrise ist aber vor allem eines: Anstrengend.

Mit leichter Kinokost haben Terrence Malicks Werke nichts zu tun. Als anspruchsvoll, bedeutungsschwer und künstlerisch wertvoll gelten seine Filme, vom Erstling "Badlands" (1973) bis zu seiner aktuellen, insgesamt siebenten Regie-Arbeit "Knight of Cups". Das stargespickte Drama über einen Hollywood-Schreiberling in der Sinnkrise ist aber vor allem eines: Anstrengend.

). Jeder der Damen ist eine Episode gewidmet, die - wie der Film selbst - nach einer Tarotkarte benannt ist.

"Knight of Cups" ist ein sprunghafter Bewusstseinsstrom ohne traditionelle Plotstruktur. Mal erleben wir das Geschehen aus der Sicht Ricks, mal aus der Perpektive des unbeteiligten Beobachters. Malick wechselt dabei schnell zwischen den Settings (ein Kameraschwenk über den Strand, gefolgt von einem Spaziergang in der Filmstar-Villa, gefolgt von einer Nachtclub-Szene, etc) und unterlegt die Passagen mit gemütsschweren Voice-Overs.

Das alles trägt nicht gerade dazu bei, Kopfschmerzen zu verhindern. Anstrengend ist der Film aber auch abseits der visuellen Tour de Force. Wurde die Dekadenz der Filmindustrie nicht schon oft genug angeprangert? Und das auf subtilere und/oder unterhaltsamere Weise? Selbst die im Subtext so viel besser aufgehobenen, großen Themen (Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens? Was mein Vermächtnis?) peitscht Malick mit Gewalt in den Vordergrund.

Trauriges Highlight: Ein Handabdruck im Sand, der vom Meerwasser abgetragen wird. Das ist kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, sondern ein Schlenker mit der Abrissbirne. "Knight of Cups" sieht aus, als hätte eine Gruppe weltschmerzerprobter Jungstudenten eine Seminararbeit über den Sündenpfuhl Hollywood gedreht. Nur dass die Bilder hier schöner sind. Und keine Minute ohne millionenschweren Star vergeht.

"Knight of Cups" startet am 11. September in den österreichischen Kinos.

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