"La Familia": Schlägerbande in Salzburg vor Gericht

Am Montag hat der spektakuläre Prozess rund die "La Familia"-Bande im Salzburger Pongau begonnen. Der erste Verhandlungstag endete mit einer bedingten Haftstrafe und sieben Diversionen. Die Mitglieder, die meisten mit Migrationshintergrund, müssen sich wegen insgesamt 50 Gewalttaten verantworten. Sie versetzten im Zeitraum von November 2013 bis Herbst 2014 die gesamte Region in Angst und Schrecken.

Am Montag hat der spektakuläre Prozess rund die "La Familia"-Bande im Salzburger Pongau begonnen. Der erste Verhandlungstag endete mit einer bedingten Haftstrafe und sieben Diversionen. Die Mitglieder, die meisten mit Migrationshintergrund, müssen sich wegen insgesamt 50 Gewalttaten verantworten. Sie versetzten im Zeitraum von November 2013 bis Herbst 2014 die gesamte Region in Angst und Schrecken.

Dabei gingen sie alles andere als zimperlich vor: Einige Angeklagte verpassten ihren "Gegnern" auch Fußtritte und Faustschläge. Ein Opfer wurde mit einem Schlagring so schwer im Gesicht verletzt, dass es ein Loch im Trommelfell davontrug. Sogar im Straßenverkehr machte man vor den Einschüchterungen nicht halt: Vor den Autos der Opfer wurde abrupt abgebremst, sodass sie zu gefährlichen Bremsmanövern gezwungen wurden.
"Sie haben sich zusammengerottet, um andere zu terrorisieren. Ihre Aufgabe war: Wenn einer der Beteiligten Stress hatte, sich zusammenzufinden und den Stress-Verursacher zur Aussprache zu zitieren. Wobei immer mehrere Leute anwesend waren." so Staatsanwalt Marcus Neher.

"Zehn gegen eins"

Wenn jemand auf Facebook frech gewesen sei, sei dieser von der Schule abgeholt worden, um ihm ein paar Ohrfeigen zu verpassen. Die Kommunikation lief auch über einen auf WhatsApp eingerichteten Chat. Dort habe man sich bereitgehalten, schilderte Neher. Hatte einer der "La Familia"-Mitglieder "Stress", habe die Antwort gelautet: "Zehn gegen eins", erläuterte der Staatsanwalt.

Internationale Melange

Bei den Beschuldigten handelt es sich um Türken, Serben, Bosnier, Kroaten, Mazedonier, Bulgaren und Österreicher im Alter von 16 bis 34 Jahren, die alle im Pongau aufgewachsen sind. Nur sechs Angeklagte sind über 21 Jahre alt. Drei der Beschuldigten sollen sich an dem Aufsehen erregenden Platzsturm am beteiligt haben. Dem Trio wird Körperverletzung vorgeworfen.

Name von Drogenkartell abgeschaut

Der Name der Bande wurde offenbar in Anlehnung an ein mexikanisches Drogenkartell gewählt, obwohl es in der Salzburger Causa keine Anhaltspunkte für einen Suchtgifthandel gab.

Ein 18-jähriger Angeklagter wurde Montagnachmittag wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung zu fünf Monaten bedingt verurteilt. Er war am Platzsturm in Bischofshofen beteiligt. Im Laufe des Nachmittags sind noch weitere fünf diversionelle Erledigungen ausgesprochen worden. Fortsetzung folgt am Dienstag.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen