"Laufhaus-König" schon wieder festgenommen

Peter L. liebt nicht nur das Rot-, sondern auch das Rampen-Licht. Und so inszenierte er seine neuerliche Festnahme als Medien-Event. Mit seinen Opfern schloss er einen Friedensvertrag.

Anwalt Nikolaus Rast sollte Erschwerniszulage verrechnen: Dass er seinem Klienten Peter L. am Montag die Freiheit bescherte, grenzte an ein juristisches Wunder. Der selbsternannte "Laufhaus-König" – er besitzt selbst kein Bordell – ging trotz Dutzender geschmackloser Postings im Internet heim. Der Prozess war vertagt worden, da seine Stalking-Opfer als Zeugen geladen werden sollten.

Bereits Donnerstagabend – nur drei Tage nach seiner überraschenden Enthaftung – wanderte er wieder in den Häfn. Warum? Er hatte die Weisung des Richters, keine Facebook-Postings über Anwältin Astrid Wagner und seine Ex-Freundin Wendy Night zu veröffentlichen, gebrochen. Nur Minuten nach seiner Freilassung hatte er – verklausuliert, aber doch – die Juristin erneut herabgewürdigt.

Nach einem Tipp tauchte Peter L. vorerst unter, erschien gestern auch nicht bei Gericht, wo er – in einem anderen Verfahren - acht Monate Haft ausfasste. Am Abend stellte er sich in der Wiener City dann der Polizei. Bevor er wieder eine Zelle in der Justizanstalt Josefstadt bezog, verlas der Halbweltler noch einen "Friedensvertrag" an seine Opfer, der "für alle Ewigkeit gilt", so Peter L. "Wendy und Dr. Wagner haben ab heute ihren Frieden – es ist Ruhe im Puff angesagt." Im Rotlicht-Milieu von Unschuldsvermutung zu sprechen, mag überraschen. Zumindest die Unmutsverschuldung gilt. (coi)

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