"Legend of Tarzan": Unterhaltsam gescheitert

Tarzan feiert sein Kino-Comeback! Zwischen klassischer Abenteuer-Story, CGI-Gorillas und dem Streben nach politischer Korrektheit geht sich trotz Topbesetzung nur ein lasches B-Movie aus. Unterhaltung hat "Legend of Tarzan" trotzdem zu bieten.

Tarzan feiert sein Kino-Comeback! Zwischen klassischer Abenteuer-Story, CGI-Gorillas und dem Streben nach politischer Korrektheit geht sich trotz Topbesetzung nur ein lasches B-Movie aus. Unterhaltung hat "Legend of Tarzan" trotzdem zu bieten.

Ende des 19. Jahrhunderts: Um den Kongo ausbeuten zu können benötigt König Leopold von Belgien Diamanten aus dem Herzen Afrikas. Leopolds Untergebener Leon Rom (Christoph Waltz) soll die Edelsteine beschaffen und handelt hierfür einen Deal mit Stammeshäuptling Mbonga (Djimon Hounsou) aus. Der wünscht sich nichts sehnlicher, als Tarzan (Alexander Skarsgård), mittlerweile als Adeliger in England wohnhaft, in die Finger zu bekommen.

Dank der feuerkräftigen Unterstützung eines amerikanischen Diplomaten (Samuel L. Jackson), entwischt der berühmte Urwaldheld Roms Falle, doch der Schurke bringt Tarzans Frau Jane (Margot Robbie) in seine Gewalt. Eine Verfolgungsjagd quer durch den Kongo beginnt, in deren Verlauf sich Tarzan zahlreichen Gefahren stellen muss... und immer mehr von seiner Kleidung einbüßt.

Zu viel gewollt

Sehr fesch ist er, der neue Tarzan, aber das wissen wir ja bereits, seit den Weg ins Internet gefunden haben. Wenig überraschend lässt der Dschungel-Adonis daher des Öfteren seine Bauchmuskeln im Mondlicht und der heißen Wüstensonne glänzen. Soll er ruhig, immerhin ist er Tarzan.

Peinlich wird der Film erst durch den Versuch, dem schönen Wilden modernen Zeitgeist made in Hollywood einzuimpfen. Das verhunzt nicht nur die Optik (mittelmäßiges CGI soweit das Auge reicht) sondern auch den Inhalt des neuen Tarzan-Abenteuers. Natürlich ist es kein leichtes Unterfangen, die indigene afrikanische Bevölkerung gut aussehen zu lassen, wenn man einen Film über einen weißen Blaublütler dreht, der sich zum König der Wildnis krönt. Das entschuldigt aber nicht, dass Regisseur David Yates ("Harry Potter" 5 bis 8) und seine Drehbuchautoren den billigsten Weg wählen und das ausgelutschte Kino-Klischee vom idyllischen Naturvolk-Lifestyle samt Tanzeinlagen und Muskelspiel bedienen.

Kriegsfilmkamera und Helden-Sidekick

Innovation versucht Yates auch via Kameraführung zu erzwingen - die Wackeleinstellungen und extremen Close-ups kommen aus dem Kriegsfilmgenre und sollen das Publikum direkt am Geschehen teilhaben lassen. Spätestens nach der ersten Hochglanz-Slo-Mo-Actionszene wirkt das leider ziemlich lächerlich.

Der eine Kniff, der in "Legend of Tarzan" gut funktioniert, ist der Einsatz von Samuel L. Jackson als Helden-Sidekick. Jackson spricht "Tarzan" aus wie kein Zweiter, ballert sich im Wildwest-Stil durch den Dschungel, darf zwischendurch kritische Töne anschlagen (Stichwort: Indians) und sorgt für die besten Lacher. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass der Film für gute Unterhaltung sorgt, obwohl er in vielerlei Hinsicht gescheitert ist.

"Legend of Tarzan" startet am 28. Juli in den österreichischen Kinos.

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